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Doberlug-Kirchhain doch mit im Boot

Das Schloss- und Klosterareal in Doberlug-Kirchhain – der Ort des Schaffens der Mönche von Dobrilugk.
Das Schloss- und Klosterareal in Doberlug-Kirchhain – der Ort des Schaffens der Mönche von Dobrilugk. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Zur wissenschaftlichen Recherche für eine Reformationsausstellung "Die letzten Mönche von Dobrilugk" strebt Doberlug-Kirchhain nach langem Hin und Her nun doch eine Kooperation mit der Universität Potsdam an. Heike Lehmann

Am Ende waren sich fast alle einig. Mit zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung haben die Stadtverordneten am Mittwochabend die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam beschlossen. Inhalt einer Kooperationsvereinbarung soll die Recherche für eine Sonderausstellung im Reformationsjahr 2017 mit dem Arbeitstitel "Die letzten Mönche von Dobrilugk" sein. Gezeigt werden soll die Schau mit regionalen Aspekten im Museum Schloss Doberlug.

Um diese Kooperation, die seit Jahren besteht und bereits viel beachtete Ausstellungen und Publikationen hervorgebracht hat, hatte sich seit Januar ein politisches Hickhack entfacht, bis es im Sommer mit den Stimmen von CDU und WBU/LUN eine Abfuhr gab. Neu war jetzt, dass der Landkreis Elbe-Elster zusätzlich 4000 Euro lockermacht und so den städtischen Anteil am Gemeinschaftsprojekt von zweimal 6000 Euro - eingeplant für die Jahre 2016/2017 - abfedert. Für die Christdemokraten Anlass, den Beschlussvorschlag erneut einzubringen.

Zudem gab es offenbar einen Sinneswandel bei der CDU-Fraktion. Man habe zunächst, so Fraktionschef Thomas Boxhorn am Mittwoch, "keinen Mehrwert in der Ausstellung erkannt". Den Vorwurf, der Stadt damit einen Schaden zugefügt zu haben, wies er aber entschieden von seiner Fraktion. Sich zu spät mit der Sache befasst zu haben, warf Lutz Kilian (SPD/FDP) der CDU vor. Stadtverordnetenvorsteher Sebastian Rudolph (CDU) bemühte sich um Schadensbegrenzung: "Es ist absolut unabdingbar, dass sich Doberlug-Kirchhain am Reformationsjubiläum im Land Brandenburg beteiligt." Nur Frank Neczkiewicz (WBU/LUN) erklärte: "Ich bin immer noch dagegen. Wir können nicht nur das Schloss entwickeln. Es gibt keine ausgewogene Entwicklung in unserer Stadt."

Vor der Entscheidung aber gab es noch ein politisches Gerangel. Für die SPD/FDP-Faktion war die Beschlussbegründung, in der Boxhorn die zusätzlichen Gelder vom Landkreis allein auf das Betreiben der CDU zurückführt, "unerträglich". Fraktionschef Kilian führte Gespräche seinerseits an und warf der CDU im gesamten Prozess "niedere Macht- und Muskelspiele" und "Parteikalkül" vor. Er wollte die ursprüngliche von der Verwaltung verfasste Begründung. Als es dafür eine knappe Mehrheit gab, war der Eklat perfekt. Die CDU widersprach - der Vorsitzende unterbrach die Sitzung. Nach der Pause wurde dem Beschlusstext gänzlich die Begründung gestrichen - einstimmig. Womit der aktuelle Stein des Anstoßes aus dem Weg geräumt war.

Zum Thema:
Partner für die Ausstellung "Die letzten Mönche von Dobrilugk": Brandenburgisches Landeshauptarchiv; Universität Potsdam; Landkreis Elbe-Elster/Museum Schloss Doberlug und Stadt Doberlug-Kirchhain. Der Ausstellungszeitraum liegt in der zweiten Hälfte des Jahres 2017.Erzählt werden soll die Geschichte der Reformation im Kloster Dobrilugk mit Blick auf seine letzten Insassen.