ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:04 Uhr

Rolle rückwärts
Disc-Golf-Anlage ist umstritten

Für einen Filmbeitrag wurde das Disc-Golf-Spielen in der Finsterwalder Bürgerheide improvisiert. So könnte es Realität werden, geht es nach den Plänen eines Finsterwalder Freundeskreises. Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine Entscheidung vertagt. 
Für einen Filmbeitrag wurde das Disc-Golf-Spielen in der Finsterwalder Bürgerheide improvisiert. So könnte es Realität werden, geht es nach den Plänen eines Finsterwalder Freundeskreises. Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine Entscheidung vertagt.  FOTO: Nadine Kilian
Finsterwalde. Stadtverordnete entscheiden sich für weitere Diskussion über Investition in der Bürgerheide. Von Gabriela Böttcher

Wer sich bereits  über eine neue Attraktion in der Bürgerheide freuen wollte, der muss sich nach der Sitzung der Stadtverordneten am Mittwochabend in Geduld üben. Der Bau eines  Disc-Golf-Parcours –  mit viel Herzblut und unzähligen Aktivitäten von einer Interessengemeinschaft um Marko Ziske in die Wege geleitet – ist zur weiteren Beratung in die Ausschüsse   zurück verwiesen worden. Dafür hatten nach lebhafter Diskussion am Ende 18 von 23 Abgeordneten gestimmt. Zuvor war knapp mit 11 Nein- zu 10 Ja-Stimmen (bei zwei Enthaltungen) der Vorschlag von Hannelore Elmer (SPD) abgelehnt worden, die Anlage zunächst nicht mit 18, sondern nur mit 10 Bahnen zu bauen. So hatte man sich im Bauausschuss verständigt. Im darauf folgenden Hauptausschuss hatte allerdings Philipp Stadler – als Fachberater aus Potsdam angereist – die Mehrheit mit seinem Plädoyer für die 18-Bahnen-Anlage überzeugen können.

Marlies Homagk (Bürger für Finsterwalde)   sprach sich für die Anlage, jedoch gegen einen zu hohen Preis in Form von Baumfällungen und Eingriffen in 400 Quadratmeter Unterwuchs aus. Nach ihrer Auffassung sollte die Anlage zunächst nur im Wiesenbereich gebaut und geschaut werden, wie die Trendsportart angenommen werde. Auch Manfred Schäfer stößt sich am „starken Eingriff in gesunden Wald“. Er erwartet von den Initiatoren zudem mehr Engagement durch Gründung eines Vereins. Letzterem schloss sich auch Thomas Freudenberg von der CDU-Fraktion an, der über das Thema erst wieder reden wollte, wenn aus der Interessengemeinschaft ein Verein geworden sei beziehungsweise sich die IG nach dem Vorschlag von Andreas Holfeld (CDU) als Abteilung an einen bestehenden Verein angeschlossen hat. Gegen die Kritik, die Initiatoren müssten mehr Engagement zeigen, erhob Hannelore  Elmer Einspruch.  Ihr gibt die seit dem Frühjahr 2016 gefahrene Offensive der Disc-Golfer recht. Diese reicht von Probetrainings über die Präsenz bei Veranstaltungen wie dem Stundenschwimmen, die Begleitung der Ferienspiele für die Hortkinder bis hin zu Werbeaktionen für die Finanzierung der Körbe und privaten finanziellen Einsatz.

Marko Ziske von der Interessengemeinschaft nach der Sitzung: „Mich wurmt der Vorwurf fehlenden Engagements und das fehlende Vertrauen.“ Er verstehe nicht, warum dem  extra zur Sitzung der Stadtverordneten aus Potsdam angereisten Philipp Stadler keine Minute Rederecht eingeräumt wurde. „Man hätte sich weitere Ausschusssitzungen sparen können“, ist Ziske überzeugt. Trotz des überraschenden Ausgangs der Debatte sei er nicht böse, sondern dankbar für die weitere Diskussionsmöglichkeit: „Wir lassen die Fahne nicht hängen.“ Schließlich wolle man mit dem Parcours überregionale Ausstrahlung für die Sängerstadt erzielen. Während Rainer Genilke (CDU) „mehr Butter bei die Fische“ auf dem Wege einer Vereinsgründung forderte, plädierte Andreas Jäpel (SPD)  dafür, die Anlage nicht an eine Vereinsbildung zu koppeln. Eine solche zur Bedingung zu  machen, hält Marko Ziske für „unnötig aufgebauten Druck“. Vielmehr sehe er eine Perspektive darin, die Anlage dem Bäder- und Sportstättenbetrieb der Stadt zuzuordnen. Und was den Eingriff in den Wald angeht, sagt Ziske gegenüber der RUNDSCHAU: Unterlagen vom Park  aus seiner Entstehungszeit belegen, dass einige der Bahnen auf alten, jetzt zugewachsenen Wegen verlaufen würden. Er erwarte von den Eingriffen eher eine Aufwertung des Parks.

Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) sieht in der Abwägung der Argumente  einen echten Spagat. In beiden Ausschüssen habe man sich sehr sorgsam mit dem Thema beschäftigt. Im Haushalt  für 2019 sei zunächst der komplette Kostenansatz für 18 Bahnen enthalten. Es wird in den Ausschüssen also noch viel abzuwägen geben.

Für einen Filmbeitrag wurde das Disc-Golf-Spielen in der Finsterwalder Bürgerheide improvisiert. So könnte es Realität werden, geht es nach den Plänen eines Finsterwalder Freundeskreises. Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine Entscheidung vertagt. 
Für einen Filmbeitrag wurde das Disc-Golf-Spielen in der Finsterwalder Bürgerheide improvisiert. So könnte es Realität werden, geht es nach den Plänen eines Finsterwalder Freundeskreises. Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine Entscheidung vertagt.  FOTO: Nadine Kilian