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| 16:31 Uhr

Interview mit Franziska Murr
„Digitalisierung ist mehr, als nur auf dem Handy zu spielen“

Finsterwalde. Am Evangelischen Gymnasium in Doberlug-Kirchhain stehen naturwissenschaftliche Fächer und Digitalisierung im Fokus. Dafür wurde es nun ausgezeichnet. Von Josephine Japke

Nur acht Schulen in Brandenburg wurden in dieser Woche als „MINT-freundliche“ Schulen ausgezeichnet (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Eine davon ist das Evangelische Gymnasium in Doberlug-Kirchhain. Schulleiterin Franziska Murr erklärt, was das bedeutet.

Ihr Gymnasium wurde nicht nur als „MINT-freundliche Schule“, sondern auch als „Digitale Schule“ geehrt. Wo liegt der Unterschied?

Franziska Murr Das eine baut auf das andere auf. Digitalisierung ist die Verknüpfung der beiden Bereiche, MINT Plus, sozusagen.

Wie äußert sich diese Ausrichtung im Schulalltag?

Franziska Murr Bei uns gibt es ganz normale Hefte und Bücher. Aber wir sehen Tablets als sinnvolle Ergänzung des Unterrichts. Außerdem haben wir nur elektronische Tafeln. Das erleichtert die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern enorm. Der Unterricht kann leichter vorbereitet werden, auf die Inhalte können Schüler direkt zugreifen.

Warum ist das für die Zukunft der Schüler so wichtig?

Franziska Murr Digitalisierung ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Es gibt keinen Beruf, keine Ausbildung, kein Studium, das ohne sie auskommt. Wir wollen, dass unsere Schüler gut vorbereitet sind. Dafür ist es essenziell, dass sie nicht nur wissen, wie man auf dem Handy spielt. Es geht darum Informationen zu suchen, zu finden, sie aufzuarbeiten und bereitzustellen.

Der Umgang mit dem Internet ist allerdings nicht ganz ungefährlich.

Franziska Murr Das stimmt. Deshalb spielen Daten- und Persönlichkeitsschutz bei uns eine übergeordnete Rolle und werden immer wieder in allen Fächern behandelt. Außerdem werden alle Schüler, Lehrer und Eltern im Umgang mit ihren eigenen Daten geschult.

Was unternehmen Sie, damit Ihre Schule auch zukünftig diese Auszeichnung erhalten kann?

Franziska Murr Digitalisierung entwickelt sich stetig weiter. Nur den Ist-Stand beizubehalten, reicht da nicht aus. Wir schauen uns ständig nach den neuesten Entwicklungen um und bilden unsere Lehrkräfte dementsprechend weiter. natürlich muss auch der technische Standard gehalten werden. Auch für Schulbuchverlage wird das Thema immer aktueller. Sie entwickeln neue Unterrichtsmöglichkeiten, Bücher und Materialien, die in einem digitalen Unterricht genutzt werden können.

Wie gehen Lehrer mit diesen neuen Unterrichtsart um?

Franziska Murr Es ist für viele eine große Herausforderung, weil sie damit nicht aufgewachsen sind und es sich ebenfalls neu aneignen müssen. Manchmal erklären auch Schüler bestimmte Dinge, von denen Lehrer noch nichts gehört haben. So entsteht ein toller Austausch und ein toller Unterricht. Da werden selbst Lehrer wieder zu Schülern.