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| 01:26 Uhr

Diesmal aufs Leder verzichtet

Ein wenig muss Patrick Heinrich, der jüngste Fan der Freunde vom Motorradstammtisch Wehrhain, noch warten, bis er selbst auf große Ausfahrt gehen kann. Am Wochenende reihten sich 102 Motorräder in eine große Kolonne ein. Foto: G. Zahn
Ein wenig muss Patrick Heinrich, der jüngste Fan der Freunde vom Motorradstammtisch Wehrhain, noch warten, bis er selbst auf große Ausfahrt gehen kann. Am Wochenende reihten sich 102 Motorräder in eine große Kolonne ein. Foto: G. Zahn FOTO: G. Zahn
Wehrhain. Ein tiefes Brummen rollt auf 102 Maschinen heran, klingt mitten im Dorf aus. Schnell wie wohl selten zuvor ziehen sich die Biker die Helme von den Köpfen. Gabi Zahn

Lauer Fahrtwind vermochte die Schweißtropfen nicht zu trocknen. “Die Stechauer Fangemeinde war wieder super„, freute sich Thomas Zscherneck über die Einwohner des Nachbarortes, die den Motorradfreunden wie in jedem Jahr Spalier standen. Nur in Lederklamotten sahen sie “ihre Jungs„ diesmal nicht. Wir sind in T-Shirts gefahren. Es war die heißeste Ausfahrt, an die ich mich erinnern kann„, sagt Detlef Ziegner, als er von seiner Honda ST 1300 absteigt. Das Thermometer hat die 35-Grad-Celsius-Marke längst überschritten. Eine “Regenmaschine„ sorgt für Erfrischung an diesem Samstag. Weithin über den Sportplatz erklingt Rocklady Tina Turners “The Best„. Doch kein Anwohner beschwert sich. Detlef Ziegner lacht: “Im Gegenteil, die Wehrhainer freuen sich jedes Jahr auf unser Bikertreffen.„

Zum 19. Mal hatte der Motorradstammtisch Wehrhain von Freitag bis Sonntag eingeladen. Nahezu 300 Leute kamen mit ihren Maschinen - die weitesten aus Frankfurt/Main mit dem Club-Namen “Ossi-Freunde„. “Unsere Maschinen fahren die Strecke hierher schon fast von selbst„, sagte jemand augenzwinkernd. Grüppchenweise saßen und standen dann die Frauen und Männer zusammen, plauderten, scherzten. Die Nacht zuvor war kurz, die zum Sonntag wurde nicht länger. Zu später Stunde erfreuten sich alle an den deftigen Bikerspielen, auch wenn manche danach erst recht eine kräftige Dusche brauchten. “Trompi„, Dirk Trompelt, hatte alles wieder bestens inszeniert. Detlef Ziegner war zufrieden. Mit “Papa Joe„ aus Finsterwalde engagierten sich die Wehrhainer einen Musiker, der so ziemlich alles spielte, was Bikerherzen und -beine mögen. Nach dem Frühstück am Sonntag hieß es: “Alles Gute, bis nächstes Jahr.„ Einige werden sich zwar zwischendurch noch anderenorts sehen, doch 2011, zum 20. Bikertreffen des Motorradstammtisches, wollen sie auf jeden Fall wieder ins Schliebener Land touren. “Wir überlegen schon, wie wir dann noch einen draufsetzen können„, verriet Detlef Ziegner.