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| 02:38 Uhr

Dieser Umzug tut besonders weh

Von Heike und Lutz Modrow bekommen Bernd Rabe und Dietrich Tosch (von links) viele gute Wünsche auf den Weg nach Berlin mit.
Von Heike und Lutz Modrow bekommen Bernd Rabe und Dietrich Tosch (von links) viele gute Wünsche auf den Weg nach Berlin mit. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Massen. Er sei aus dem Kunstleben im Elbe-Elster-Kreis nicht mehr wegzudenken, hieß es während der Personalausstellung von Dietrich Tosch zu seinem 70. Geburtstag 2015 im Finsterwalder Kreismuseum. Jürgen Weser / jgw1

Nun muss man doch auf den Maler und Kulturorganisator verzichten. Gemeinsam mit Lebenspartner Bernd Rabe ist der "Maler mit den französischen Farben" aus Massen bei Finsterwalde weg- und nach Berlin gezogen.

Am Sonntag bedauerten Nachbarn, Freunde und Kunstliebhaber zur Finissage im "Französischen Landhaus" seinen Weggang, gaben ihm viele Wünsche mit ins pulsierende Leben der Hauptstadt. Dazu gehörten auch Massens Ortsbürgermeister Lutz Modrow und Ehefrau Heike, Altbürgermeister Johannes Wohmann aus Finsterwalde und Pfarrer i.R. Werner Hainsch aus Göllnitz. Auch das eine oder andere Bild wurde noch erworben, wie von Gunnar Läber für sein Steuerbüro. Die großformatige Hafenlandschaft mit spektakulären Himmelsfarben wird eine freundliche Stimmung verbreiten.

Überhaupt waren Lebensfreude, Sinnlichkeit und sprühende Farbigkeit die Markenzeichen der Malerei von Dietrich Tosch, die zumeist die Probleme der Welt draußen ließen. Auch deshalb wohl fand die Tosch-Malerei so viele Freunde, allerdings auch Kritiker.

Dietrich Tosch kam 2003 zurück in die Heimat. Er ist in Dollenchen geboren, in Finsterwalde zur Schule gegangen und hat 1964 Abitur in Doberlug-Kirchhain gemacht. Er studierte Grafik und Design in Berlin und arbeitete dort als Kulturmanager und Ausstellungsmacher zum Beispiel auf der Museumsinsel. 1990 gründete er seine PR- und Design-Agentur, bevor ihn 1991 das intensive Malerleben packte. "In Südfrankreich ist es passiert. Die Farben und das Licht zwangen mich einfach zum Malen", hat Dietrich Tosch den Beginn der Mal-Leidenschaft immer wieder beschrieben. Licht und Farben der Provence begeistern ihn, das Vorbild der französischen Impressionisten sieht man vielen Bildern an. Dazu kommt sein frankophiles Lebensgefühl.

Tosch hat sich in den Lebensorten Sorno und Massen kulturelle Impulse gegeben, Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert. Dafür stehen die Belebung des Sornoer Pfarrhauses und der Kirche, die Organisierung des 1. Massener Kunstfestes und Mitgestaltung der Kleine-Elster-Kulturtage. In Finsterwalde hat er die Sparkassen-Kunstallee mit auf den Weg gebraucht und unterstützt und sich mit um die Pflege der künstlerischen Partnerschaft zu Montataire bemüht.

Nun wird Dietrich Tosch das Großstadtleben an der Kurfürstenstraße genießen, wo er mit seinem Lebenspartner bereits wohnt. In ein Gemeinschaftsatelier hat sich Dietrich Tosch eingemietet, den Termin für seine nächste Ausstellung am Ku-Damm festgemacht und "wir haben das geeignete Sportstudio für uns gefunden".

Nach Finsterwalde werden ihn die regelmäßigen Besuche zu seiner Mutter ziehen und auch sonst will er "Kontakte weiter pflegen". Allerdings wird er Kulturprojekte hier nicht weiter betreuen. Auch das Angebot, im kommenden Jahr noch einmal in der Sparkassen-Kunstallee auszustellen, hat er ausgeschlagen. "Hier sollen sich jetzt junge Leute präsentieren können."