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| 18:16 Uhr

Krönender Abschluss der Orgelfestwoche
Das Mammutprojekt ist geschafft

 Beim Gottesdienst zur Orgelweihe in der Stadtkirche St. Marien in Kirchhain spielte Konstantin Heinke die restaurierte Voigt-Orgel aus dem Jahr 1921.
Beim Gottesdienst zur Orgelweihe in der Stadtkirche St. Marien in Kirchhain spielte Konstantin Heinke die restaurierte Voigt-Orgel aus dem Jahr 1921. FOTO: Franziska Dorn
Doberlug-Kirchhain. Die bedeutende Voigt-Orgel in Kirchhain erklingt nach einer mehr als acht Jahre dauernden Restaurierung wieder originalgetreu. Von Franziska Dorn

Am Samstag ist mit einem festlichen Gottesdienst in der Kirchhainer Stadtkirche St. Marien die restaurierte Orgel aus dem Jahr 1921 geweiht worden. Der Gottesdienst war Abschluss einer Orgelfestwoche mit Konzerten und Vorträgen.

Etwa 110 Gäste wollten das von Konstantin Heinke gespielte Instrument mit 24 Registern, drei Manualen und 1750 Pfeifen hören. Seit 2003 hat die evangelische Kirchengemeinde auf diesen Tag hingewirkt. Das Ziel, die einzigartige Voigt-Orgel baulich und klanglich wiederherzustellen, ist erreicht. Für viele war das ein großer Moment.

Als Vorsitzender eines Förderkreises organisierte Bernd Heinke vom Gemeindekirchenrat mit seinen Mitstreitern Fördergelder und etliche Spendenaktionen, zum Beispiel die Orgelpfeifenpatenschaft, bei der etwa 260 Orgelpfeifen einen Paten fanden. Petra Herkner vom Vorstand des Förderkreises sagte: „Ohne zu ahnen, welche Dimensionen es annehmen wird, haben wir uns vor mehr als zehn Jahren in dieses Projekt gestürzt. Dank Bernd Heinkes Beharrlichkeit konnte es erfolgreich zu Ende gebracht werden“. Als Anerkennung überreichte sie dem 56-Jährigen, scherzhaft die „Oberorgelpfeife“ genannt, eine Urkunde.

 Bernd Heinke (2.v.l.) vom Gemeindekirchenrat in Kirchhain war bei der mehr als acht Jahre währenden Restaurierung der Voigt-Orgel (im Hintergrund) federführend. Mit ihm freuen sich Superintendent Thomas Köhler vom Kirchenkreis Niederlausitz, Dr. Markus Voigt von der Orgelbaufirma Voigt in Bad Liebenwerda und Pfarrer Frank Wendel (v.l.n.r.).
Bernd Heinke (2.v.l.) vom Gemeindekirchenrat in Kirchhain war bei der mehr als acht Jahre währenden Restaurierung der Voigt-Orgel (im Hintergrund) federführend. Mit ihm freuen sich Superintendent Thomas Köhler vom Kirchenkreis Niederlausitz, Dr. Markus Voigt von der Orgelbaufirma Voigt in Bad Liebenwerda und Pfarrer Frank Wendel (v.l.n.r.). FOTO: Franziska Dorn

Pfarrer Frank Wendel erinnerte in seiner Predigt daran, dass der Orgelklang vor allem ein Gotteslob ist. 1921 erbauten die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt in Bad Liebenwerda im Auftrag der Kirchengemeinde das Instrument mit einer spätromantischen, teilweise expressionistischen Klangfarbe. Für Dr. Markus Voigt, Urenkel des Erbauers Arno Voigt und heutiger Inhaber des Unternehmens, war das vor allem eine beachtliche Leistung der Gemeinde: „Es gehören Mut und Zuversicht dazu, nach dem verheerenden Krieg ein derartig innovatives Projekt anzugehen. Darum war die mehr als acht Jahre dauernde Restaurierung eine besondere Aufgabe für uns. In so manchem Bauteil lebt ein Stück Orgeltradition. Zudem ist diese Orgel aufgrund ihres Klangcharakters weit über die Grenzen der Region hinaus einzigartig. Bewahren Sie dieses Instrument!“, sagte er.

Dass die Orgel in der Kirchhainer Stadtkirche St. Marien nun häufig gespielt werde und ihr Klang die Herzen der Menschen erreiche, wünschte Superintendent Thomas Köhler. Die Kirchengemeinde, private Spender, Orgelpfeifenpaten, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Kirchenkreis Niederlausitz, der Landkreis Elbe-Elster, die Stiftung Orgelklang und schließlich der Bund mit einem Sonderprogramm haben die Restaurierung ermöglicht. Etwa 230 000 Euro sind dafür insgesamt aufgebracht worden.