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| 10:52 Uhr

Städtepartnerschaft zwischen Kirchhain und Doberlug-Kirchhain
Die Tinte auf der neuen Urkunde ist noch feucht

Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher unterzeichnen die Freundschaftsurkunde.
Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher unterzeichnen die Freundschaftsurkunde. FOTO: Stadt
Doberlug-Kirchhain. Kirchhainer und Doberlug-Kirchhainer haben nach 25 Jahren ihre Städtefreundschaft erneut besiegelt. Von Heike Lehmann

Viele positive Emotionen prägten ein gemeinsames Wochenende der namensgleichen Städte Kirchhain (Hessen) und Doberlug-Kirchhain (Brandenburg). Vom 21. bis 23. September war ein Bus voller Doberlug-Kirchhainer aus der Niederlausitz in das entfernte Kirchhain nach Hessen gereist, um das 25. Jubiläum der Städtefreundschaft feierlich zu begehen.

„Die Vorfreude auf das langersehnte Wiedersehen mit der Partnerstadt Kirchhain war groß. Nach herzlicher Begrüßung war gleich ein historischer Stadtrundgang angesagt. Nur war dieser nicht einer der normalen Art, denn die Kirchhainer haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und reisten so mit allen Gästen ins 19. Jahrhundert zurück – ein wirklich einfallsreiches Schauspiel mit unterschiedlichsten Rollen und passender Kleider­ordnung“, berichtet die Doberlug-Kirchhainer Rathausspitze. Die Stadt Kirchhain erklärt auf ihrer Homepage: „Polizeiinspektor Eggena (gespielt von Bürgermeister Hausmann) suchte gemeinsam mit seinem Wachtmeister Schmitz (Frank Wagner) den auf der Flucht befindlichen Bürgermeister Heinrich Scheffer (Tanja Bader). Mit viel Humor, aber auch geschichtlichem Hintergrund spielten die Beteiligten an verschiedenen Orten. Geschrieben hatte das Stück Harald Pausch von der Kurhessischen Bürgergarde.“ Durch die kleinen Gassen, entlang der wundervollen Fachwerkhäuser, ging es angefangen vom Rathaus bis hin zur alten Schule und dem Hexenturm. „Mit einer solch außergewöhnlichen Stadtführung wurde die Messlatte für uns Brandenburger schon jetzt ziemlich hoch gelegt, denn in fünf Jahren sind wir dran, das 30. Jubiläum zu planen“, so Bürgermeister Bodo Broszinski. Im Hof „Blauer Löwe“ klang der erste Abend bei bester Stimmung aus. Da wurde so manches Lied aus dem Ärmel geschüttelt – das Brandenburg-Lied „Märkische Heide“ durfte dabei nicht fehlen.

Der Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann mit Schauspieltalent.
Der Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann mit Schauspieltalent. FOTO: Stadt

Der Samstag brachte den wohl wichtigsten Teil dieses Städtetreffens mit sich – den Festkommers im Bürgerhaus. Beide Stadtoberhäupter, Olaf Hausmann und Bodo Broszinski, eröffneten den Festakt mit einem feierlichen Grußwort. Einen kleinen Rückblick auf das 25-jährige Bestehen dieser Städtefreundschaft gaben Kirchhains Altbürgermeister Klaus Hesse und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber. Der Höhepunkt war der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Kirchhain, vor allem aber die offizielle Bestätigung durch die Unterzeichnung der neuen Freundschaftsurkunde durch die Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher beider Städte. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde vom Jugendchor Langenstein.

Ausdrücklich betont wird, dass zwischen Doberlug-Kirchhain und Kirchhain von einer Städtefreundschaft, nicht nur von einer Städtepartnerschaft, gesprochen werden kann. Neben dem kulturellen Austausch stehen soziale und persönliche Ebenen im Mittelpunkt. „Wir haben jetzt eine Städtefreundschaft, die für über 25 Jahren auf ein breites Fundament gestellt wurde, ob Verein, Kirchengemeinde, Verbände, Parteien, Verwaltung, Feuerwehr. Freundschaft kann nicht nur auf der Ebene der Verwaltung stattfinden. Freundschaft ist mehr. Sollte überparteilich und unpolitisch sein,“ so Bürgermeister Bodo Broszinski.

Überraschung vor der Abreise: In Kirchhain (Hessen) gibt es jetzt eine Doberluger Straße. Bodo Broszinski darf das Straßenschild enthüllen.
Überraschung vor der Abreise: In Kirchhain (Hessen) gibt es jetzt eine Doberluger Straße. Bodo Broszinski darf das Straßenschild enthüllen. FOTO: Stadt

Zum Besuchsprogramm gehörte auch das Dorffest in Betziesdorf. Dort konnte der ein oder andere seine sportlichen Fähigkeiten in unterschiedlichsten kleinen Spielen unter Beweis stellen und sich für die nächsten Etappen stärken. Angesteuert wurde auch die Micheal-Schumacher-Ausstellung in Marburg. Diese besondere Ausstellung zeigt alle Stationen und Rekorde der beachtlichen Formel-1-Karriere des Rekordweltmeisters. Exklusive Exponate können nicht nur betrachtet, sondern auch selbst getestet werden. Neben dem Probesitzen in einem sehr engen Rennboliden konnte so mancher den Rennsport auch spielerisch simulieren.

Am letzten Abend beim Abendessen im Schlachthaus „Kirchhainer Hof“ tauschte man sich in gemütlicher Runde über die Eindrücke des gemeinsamen Wochenendes aus.

Am Abreisetag wurde dem bisherigen Verlauf dann aber sogar noch ein Krönchen aufgesetzt. „Eine sich noch im Bau befindliche Straße in Kirchhain hat den Namen „Doberluger Straße“ erhalten – eine so große Überraschung, die man kaum in Worte fassen kann. Dieses Highlight ging allen Gästen unter die Haut, denn das ist einfach der größte Beweis für eine solche Städtefreundschaft“, berichten die Kloster- und Gerberstädter.

Für die herzliche Gastfreundlichkeit möchte die Stadt Doberlug-Kirchhain noch einmal „Danke“ sagen, denn „Was von der Stadt Kirchhain auf die Beine gestellt wurde, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Stadt Doberlug-Kirchhain dankt für den liebevollen Empfang, das breitgefächerte Programm und hervorragende Organisation“, lautet das eindeutige Fazit vom Besuchswochenende in Hessen.

Der Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann mit Schauspieltalent.
Der Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann mit Schauspieltalent. FOTO: Stadt
Überraschung vor der Abreise: In Kirchhain (Hessen) gibt es jetzt eine Doberluger Straße. Bodo Broszinski darf das Straßenschild enthüllen.
Überraschung vor der Abreise: In Kirchhain (Hessen) gibt es jetzt eine Doberluger Straße. Bodo Broszinski darf das Straßenschild enthüllen. FOTO: Stadt