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"Die spinnen doch!?" ist immer der erste Instinkt

Kommentar. Im Leben bekommt man nichts geschenkt. Diese Erfahrung will eigentlich jeder schon mal gemacht haben und viele sehen sich nun beim Streit um die Finsterwalder Friedhofsgebühren bestätigt. Steven Wiesner

Nun würden mir wahrscheinlich auch ein paar interessante Fragen einfallen, wenn mein Fernsehanbieter von jetzt auf gleich das Doppelte für das Abonnement verlangte. "Die spinnen doch!?" ist immer der erste Instinkt. Wo aber soll das Geld herkommen, wenn dem Anbieter tausende Kunden abgesprungen sind? Die Alternative wäre, dass ich zwar weiterhin den gleichen Preis zahle, aber eine Reduzierung der Leistung in Kauf nehme. Doch wer ist dazu schon bereit?

Und natürlich können die Finsterwalder auch mit der Kommunikation der Stadt hadern und eine umfangreichere Bekanntmachung bemängeln. Fakt ist aber: Das Verfahren war öffentlich und der Beschluss wurde bereits im Herbst 2015 sowohl von drei Ausschüssen als auch von der Stadtverordnetenversammlung gefasst - ohne eine einzige Widerstimme. Dass die Stadt in den Vorjahren außerdem davon abgesehen hat, die Gebühr - obwohl möglich - zu erhöhen, um den Bürger zu entlasten, muss man den Verantwortlichen auch glauben, solange man nicht das Gegenteil beweisen kann. Vielleicht hat man also doch einfach mal etwas geschenkt bekommen und es nur nicht bemerkt?