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| 20:57 Uhr

Eine ungewohnte Rolle
„Toll, was sich manche zutrauen“

 Schülersprecherin Greta Seefeld (3.v.l.) der Grundschule Nehesdorf und ihre Stellvertreter geben ihre erste Pressekonferenz. Schulleiterin Sylke Magister (l). ist zur Unterstützung dabei.
Schülersprecherin Greta Seefeld (3.v.l.) der Grundschule Nehesdorf und ihre Stellvertreter geben ihre erste Pressekonferenz. Schulleiterin Sylke Magister (l). ist zur Unterstützung dabei. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde . Die Schülersprecher der Grundschule Nehesdorf geben ihre erste Pressekonferenz. Von Heike Lehmann

Schülersprecherin Greta Seefeld der Grundschule Nehesdorf, ihre beiden Stellvertreter Theo Strebe und Tim Weiland sowie Joline Müller von der Chronik-AG sind schon ein bisschen aufgeregt. Sie geben ihre erste Pressekonferenz. Thema: Ihr Zirkusprojekt, das in der vergangenen Woche Schüler, Lehrer, Eltern und weitere Verwandte begeistert hat. Die Schulleiterin Sylke Magister sitzt zwar neben ihnen, aber mehr zur Beruhigung. Ergänzen muss sie die Aussagen der Schüler nur selten.

Schon 2013, als die Schule ihren 100. Geburtstag gefeiert hat, habe es für die Schüler ein solches Zirkusprojekt gegeben. Mittlerweile aber lernen andere Kinder an der Schule. „Wir waren alle der Meinung, so etwas sollte jedes Kind in seiner Grundschulzeit mal erleben“, fasst die Schulleiterin zusammen. Also wurde der 1. Ostdeutsche Projektzirkus André Sperlich erneut nach Finsterwalde geholt.

Tim berichtet vom Wochenablauf: „Die Artisten haben sich vorgestellt und demonstriert, was gemacht werden kann. Dann wurden die Schüler in einzelne Gruppen eingeteilt. Trainiert haben wir in der Turnhalle, in der Schule und im Zirkuszelt.“ Jeder Schüler von der 1. bis zur 6. Klasse bekam seine Rolle. Die Trainer haben aus ihnen kleine Akrobaten, Fakire, Seiltänzer, Clowns, Tänzer und vieles mehr gemacht. Greta und Joline gehörten selbst zur Akrobatikgruppe. „Wir haben Pyramiden gebaut, da kam es sehr auf Körperspannung an“, sagt Joline. Theo war genau richtig bei den Clowns und Tim hat bei den Fakiren mitgemacht. Und hatte er Angst vor dem Feuerspucken? „Nein, wir sollten zu Hause mit Mehl üben“, sagt der Viertklässler und kann sich das Kichern nicht verkneifen.

Bis auf Greta haben sie alle schon einmal Zirkusvorstellungen besucht. Und jetzt haben sie selbst in der Manege gestanden. So richtig mit allem Drum und Dran. „Die Kostüme für uns haben die Zirkusleute mitgebracht“, erklärt Greta. „Es war eine coole Erfahrung für alle“, sagt Theo. „Jeder konnte sein Können zeigen und mal laut reden.“ Und Tim: „Die Eltern haben mitgefiebert und waren ganz begeistert.“

Und wie fanden sie selbst die Vorstellungen? Was hat ihnen besonders gefallen? Tim fand alles toll, „weil alle sich Mühe gegeben haben.“ Greta war von den Kindern am Trapez beeindruckt und Joline fand Tina und Jessy in den Hauptrollen toll. „Sie haben durchs ganze Programm geführt und mussten viel Text lernen.“ Und die Schulleiterin? „Ich fand toll, wofür sich manche Kinder entschieden haben, was sie sich zugetraut haben.“

Insgesamt gab es vier Vorstellungen und jede Menge Beifall für alle. Etwa 260 Kinder haben teilgenommen. Sie wurden unterstützt von den Lehrern und Eltern. Letztere haben vor allem beim Auf- und Abbau des Zirkuszeltes geholfen. Aber auch andere Unterstützer gab es. Das soll in der Pressekonferenz nicht vergessen werden. Theo zählt die Sponsoren auf, ohne die es das Projekt nicht gegeben hätte. „Der Förderverein der Schule, die Eltern, die Kinder, die sich am Sparkassen-Lauf und Kröger-Sporttag beteiligt haben, um Geld zu sammeln, und die Sparkassenstiftung Zukunft  Elbe-Elster-Land, die 1000 Euro gegeben hat.“ Dadurch konnten die Kosten für ein Einzelkind von 24 Euro auf zwölf Euro reduziert werden und für Geschwisterkinder von sechs Euro auf nur noch einen Euro.

Und schon haben Greta, Theo, Tim und Joline auch ihre erste Pressekonferenz bestens gemeistert. Die Schülersprecherwahlen haben gerade erst stattgefunden. Die elfjährige Greta hat sich für ihr Amt vorgenommen, „dass es kein Mobbing an der Schule geben soll und dass alle zusammenhalten.“ Das hat auch in ihrem Wahlprogramm gestanden. „Das Zirkusprojekt ist schon ein erster Baustein auf diesem Weg“, sagt Sylke Magister. „Neben der Bewegung und Präsentation vor Publikum haben die Schüler soziale Kompetenzen, wie Vertrauen, Teamarbeit und Kommunikation erlernt.“