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| 02:34 Uhr

Die Musik der 60er-Jahre im Blut

Detlef Rex, Frank Jensch, Horst Priefer, Hans-Michael Hillebrand und Fred Radtke (v. l.) sind "The Oldtime Rock Gang”.
Detlef Rex, Frank Jensch, Horst Priefer, Hans-Michael Hillebrand und Fred Radtke (v. l.) sind "The Oldtime Rock Gang”. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Als "The Oldtime Rock Gang" frönen fünf Finsterwalder Männer wieder ihrem lautstarken Hobby. Sie haben die 60er-Jahre im Blut. Jürgen Weser / jgw1

Fünf gestandene Männer sind wieder Vollblutmusiker. Sie haben die Musik der 60er-Jahre im Blut, in verschiedenen Bands gespielt und sind Ur-Finsterwalder. Inzwischen sind sie zu ihren einstigen Bandwurzeln zurückgekehrt und nennen sich jetzt "The Oldtime Rock Gang".

Der Name ist Verpflichtung. Zwischen 69 und 52 Jahre sind die Musiker alt beziehungsweise jung. Vor neun Jahren "an meinem 60. Geburtstag habe ich wieder Blut geleckt", erzählt Neu-Band-Gründer Hans-Michael Hillebrand. Er ging mit zwei Mitstreitern an den Neustart. Mit Horst Priefer, beide blutjung und "Stones"-Fans, hatte er 1965 die Band "Grave Stones" ins Leben gerufen, die schon wegen des Namens und ihrer Vorliebe für "The Stones" von den DDR-Behörden missliebig beäugt und wenige Wochen später verboten wurde.

Aus "Grave Stones" wurden danach die "Hornissen". Ohne Gesang sollten ihre Auftritte sein, legte die Kulturabteilung beim Rat des Kreises fest. "Das ging natürlich nicht gut", erzählt Horst Priefer, "denn wir hatten vor allem Gesangstitel auf Englisch im Programm". Also war auch mit den "Hornissen" 1967 Schluss.

Aber vor allem an diese Zeit mit "Stones"-Musik und von Jimmi Hendrix haben die Oldtime Rocker angeknüpft. "Die Rockmusik der 60er-Jahre lebendig halten" wollen sie. Dabei geht es ihnen inzwischen vor allem um ihren privaten Spaß, wenn sie möglichst wöchentlich einmal zur Probe zusammen kommen. Einen Probenraum, günstig angemietet, haben sie zu ihrem musikalischen Refugium mit Erinnerungen, Instrumenten und Equipment ausgestattet. Detlef Rex ist dann zum 65. Geburtstag von Kumpel Hans-Michael zur Band gestoßen. Fred Radtke hat seit seiner Jugendzeit im Sonnewalder Spielmannszug Musik gemacht, aber zum 50. Geburtstag erstmals eine Gitarre geschenkt bekommen. Seitdem will er sie nicht missen und gehört als Bassist zur ,,Gang". Frank Jensch ist mit 52 das Küken in der Rock-Gang und bringt Erfahrungen als Berufsmusiker über etliche Jahre bei "Kängeruh" und im "Stress-Orchester" mit. Eigentlich blieb ihm nichts anderes übrig, als bei den Altrockern einzusteigen, denn er ist der Schwiegersohn von Hans-Michael Hillebrand. Obwohl er eigentlich dachte, "in dem Alter nicht mehr", stieß Horst Priefer vor knapp zwei Jahren doch wieder zur Band. Nach Jahren der Abwesenheit aus der Sängerstadt wollte er der Rockmusik nicht länger widerstehen. Außerdem konnte er neben Hans-Michael Hillebrand den Gesangspart übernehmen. Als Gitarrist und Sänger kennen ihn viele Finsterwalder noch aus seiner Zeit in den Tanzmusikkapellen "Peter K. Combo" und "Spektrum". "Trotzdem kann ich meine Oldtime-Rock-Gang-Mitspieler nicht überreden, mit mir mal einen Walzer zu spielen", lacht er.

Überhaupt müssen die verschiedenen Spielweisen und -ansichten der fünf Musiker stets unter einen Hut gebracht werden. "Ist manchmal nicht so einfach", geben sie zu, "aber fördert auch unsere Vielfalt." Inzwischen ist mit Roland Taska auch ein Tontechniker mit im "Oldtime-Gang-Boot". "Er fummelt sich immer besser ein", loben ihn die Musiker.

Die öffentliche Bühne brauchen sie nicht mehr so sehr, außerdem stehen Familien und andere Verpflichtungen an erster Stelle. Drei oder vier Auftritte im Jahr, "bei denen wir richtig Spaß haben", vor allem in Finsterwalde, reichen ihnen. So waren sie beim Kneipenfest und beim Straßenfest "Anglühen" in der Langen Straße dabei.

Ihr nächster Gig soll am Freitag, 11. August, im großen Biergarten der Gaststätte "Alt Nauendorf" um 20 Uhr starten.

Die ,,Hornissen" 1967 mit Hans-Michael Hillebrand, Horst Priefer, Wolfgang Schemmel und Klaus Caspar (v. l.).
Die ,,Hornissen" 1967 mit Hans-Michael Hillebrand, Horst Priefer, Wolfgang Schemmel und Klaus Caspar (v. l.). FOTO: privat