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| 16:28 Uhr

Nach langer Diskussion
Die Kuh ist vom Eis: Es gibt 2018 ein Frühlingsfest

Doberlug-Kirchhain. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmt für höheren Zuschuss. WBU-LUN wirft Begünstigung vor. Von Heike Lehmann

Weil die  Ausschreibung des Frühlingsfestes für 2018 bis 2020 kein Ergebnis gebracht hat, hat der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend den Beschluss dafür wieder aufgehoben. Der Bewerber hatte einen Finanzbedarf von 8800 Euro geltend gemacht. Die Stadtverordneten aber wollten nur 5000 Euro Projektfinanzierung aus dem Stadthaushalt.

Dennoch gibt es Hoffnung auf ein Fest im Mai. Denn der H+M Eventwerk GbR aus Doberlug-Kirchhain wird ausschließlich zur Ausrichtung des Festes im Jahr 2018 ein städtischer Zuschuss von 8800 Euro eingeräumt. Die Summe soll mit Sponsorengeldern, die über die Stadtverwaltung eingeworben werden, abgemindert werden. Der Haupt- und Finanzausschuss hat dem mehrheitlich zugestimmt. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am 14. Februar.

Es wird also mit großer Wahrscheinlichkeit der gleiche Veranstalter wie in den letzten Jahren das Frühlingsfest organisieren. Nach dessen Vertragskündigung aus Kostengründen gab es ein monatelanges Hin und Her, mehrfache Ausschreibung und Vorwürfe einzelner Abgeordneter an die Verwaltung wegen unprofessioneller Arbeit. Ein neuer externer Bewerber, dessen Konzept mehr Qualität versprach, der aber noch mehr Geld von der Stadt wollte, wurde abgelehnt. Den Prozess begleiteten Rücksprachen und Rückversicherungen mit der Rechtsaufsichtsbehörde beim Landkreis.

Auch der aktuelle Beschluss ist mit der Kommunalaufsicht abgestimmt. Er fand dennoch nicht ungeteilte Zustimmung. Während Karla Pohl (Linke) „aus Zeitgründen mit Bauchschmerzen“ zustimmte und deutliche Qualitätsunterschiede zum ersten Bewerberkonzept sieht, „bei dem auch nachvollziehbar war, wofür das Geld sein soll“, kam von der WBU-LUN heftige Kritik. Gert Fest erklärte: „Ich werde nicht zustimmen, weil ich glaube, dass eine Firma begünstigt werden soll.“ Eine „Unterstellung“, die Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) als Vorsitzender des Hauptausschusses nicht protokolliert haben wollte. Gert Fest: „Ich bin für das Frühlingsfest und bereit, dafür einen höheren Zuschlag zu erteilen.“ Aber es sei eine E-Mail in Umlauf gewesen, wonach der bisherige Veranstalter wieder favorisiert werden sollte. Diesen Vorwurf wiesen Torsten Drescher (SPD/FDP) und Thomas Boxhorn (CDU) mit drastischen Worten zurück.

Der Bürgermeister fasste zusammen: „Das Frühlingsfest findet statt und Kultur ist nicht zum Nulltarif zu haben.“