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| 16:45 Uhr

Adventskalender
Die Hentschel-Villa des Bad Liebenwerdaer Ehrenbürgers

Die Hentschel-Villa in der Schloßstraße 12 in Bad Liebenwerda.
Die Hentschel-Villa in der Schloßstraße 12 in Bad Liebenwerda. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Inschriften an Häusern zeugen oft von einer wechselhaften Geschichte der Gebäude. In einer LR-Adventsserie werden sie aufgespürt.

Sie erinnert ein wenig an den spanischen Schlossbaustil - die Hentschel-Villa in Bad Liebenwerda. Dabei ist wenig über das Haus, das Bad Liebenwerdas Ehrenbürger Senator Hentschel (1851-1917) gehörte, bekannt. Zu DDR-Zeiten war es Kulturamt des Rates des Kreises. Wissen Sie mehr über das Gebäude? Schreiben Sie an red.elsterwerda@lr-online.de

Nach Messebesuchen in Leipzig haben die Gerber am 2. Februar 1895 beschlossen, eigene Ledermärkte zu veranstalten, schreibt Hans-Georg Procopius in „Die Geschichte des Gerberhandwerks in der Stadt Doberlug-Kirchhain“. Anfangs mussten die Käufer von Gerberei zu Gerberei gehen, um sich die Ware anzusehen. Von Oktober 1911 bis September 1912 wurde eine eigene Halle erbaut. Sie ist 65 Meter lang und 24 Meter breit. Die Gesamtkosten einschließlich Grundstück betrugen etwa 50 000 Goldmark. Die Einweihung erfolgte am 13. Dezember 1912. Der vermutlich letzte Ledermarkt fand am 23. Oktober 1930 statt. Ein Teil der Halle diente nach 1945 der Getreideeinlagerung, später montierte die Baufirma Schumann darin Holzhäuser als Reparationslieferungen in die Sowjetunion.

Jürgen Bahr aus Falkenberg war von 1979 bis zur Wende Fahrer bei der dortigen Schuhfabrik und hat im Lederkontor in der Friedensstraße öfter Leder abgeholt. „Beladen wurde immer auf dem Hof“, sagt er. Und: „Später war dort der Aldi drin.“

Architekt und Bauleiter der Kirchhainer Lederhalle Civil-Ing. Friedrich Heinrich Eduard Lehmann im Jahr 1912.
Architekt und Bauleiter der Kirchhainer Lederhalle Civil-Ing. Friedrich Heinrich Eduard Lehmann im Jahr 1912. FOTO: Hans-Georg Procopius
(fc/leh)