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| 15:43 Uhr

Die Erdgasleitung Opal ist offiziell fertiggestellt

Arbeiter schweißen am Mittwoch (13.07.2011) auf der OPAL-Gasverdichterstation in Baruth die letzte Schweißnaht einer Erdgaspipeline zusammen. Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist die 470 Kilometer lange Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung - kurz OPAL - fertig.
Arbeiter schweißen am Mittwoch (13.07.2011) auf der OPAL-Gasverdichterstation in Baruth die letzte Schweißnaht einer Erdgaspipeline zusammen. Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist die 470 Kilometer lange Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung - kurz OPAL - fertig. FOTO: Robert Schlesinger (dpa-Zentralbild)
Baruth. Die Erdgasleitung Opal ist am Mittwoch offiziell fertiggestellt worden. An der Verdichterstation Radeland nahe Baruth setzten Arbeiter des Betreibers Wingas symbolisch die letzte von 55 000 Schweißnähten. Die Gasleitung verläuft unter anderem auch quer durch die Landkreise Dahme-Spreewald und Elbe-Elster. dpa/dapd/boc

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist die 470 Kilometer lange Erdgas-Pipeline Opal fertiggestellt. Am Mittwoch setzten Arbeiter in Baruth (Teltow-Fläming) die letzte von etwa 50 000 Schweißnähten. Anfang Oktober soll die rund eine Milliarde Euro teure Gas-Pipeline ans Netz gehen.
Die 470 Meter lange Erdgaspipeline, die rund eine Milliarde Euro gekostet hat, führt von Lubmin bei Greifswald bis ins sächsische Olbernhau. Der nordbrandenburgische Abschnitt beginnt bei Schönfeld (Uckermark). Die Leitung verläuft durch das östliche Brandenburg, vorbei an Spreenhagen (Oder-Spree), Groß Köris, Luckau (Dahme-Spreewald) und Finsterwalde (Elbe-Elster). Der brandenburgische 270 Kilometer lange Abschnitt endet zwischen Elsterwerda (Elbe-Elster) und Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) an der sächsischen Landesgrenze. Von dort führt sie weiter bis in die Tschechische Republik.

"Das sibirische Erdgas kann kommen", sagte Wingas-Geschäftsführer Gerhard König. Europas größtes Pipeline-Projekt sei damit endlich fertiggestellt. Gerade in Zeiten der Energiewende habe man mit der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) jetzt ein großes Stück Versorgungssicherheit dazu gewonnen, hieß es.

Seit September 2009 waren rund 2500 Arbeiter damit beschäftigt, zwischen Ostseeküste und Erzgebirge über 26 000 Rohrsegmente zu verlegen. Durch die Pipeline sollen in Zukunft mehr als 35 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr strömen. Das entspricht etwa einem Drittel des deutschen Bedarfs. Wingas und die E.ON Ruhrgas AG lassen sich das Projekt etwa eine Milliarde Euro kosten.

"Die Ostsee ist das sicherste Transitland der Welt", erklärte König, denn die Opal wird von der Nordstream-Pipeline gespeist, die aus Russland durch die Ostsee bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern führt. Versorgungsengpässe wie vor Jahren, als Russland nach Streitigkeiten mit der Ukraine seine Gaslieferungen durch das innereuropäische Pipeline-Netz in den Westen massiv drosselte, sollen ab sofort der Vergangenheit angehören, sagte Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Henning Heidemanns.

Erdgas sei in Zeiten der Energiewende von "elementarer" Bedeutung. So decke Brandenburg schon jetzt bis zu 60 Prozent seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen, meinte der Staatssekretär. "Wenn mal kein Wind weht oder keine Sonne scheint, sollen künftig Gaskraftwerke diese Lücken schließen." Mit der Opal sei die Gasversorgung aus den sibirischen Feldern jetzt gesichert, erklärte Heidemanns.

"In Sibirien gibt es garantiert die kommenden 50 Jahre ausreichend Erdgas ", sagte auch Wingas-Chef König. Jeder vierte Kubikmeter, den es auf der Welt gibt, lagere in den russischen Weiten. Daher sei die Investitionssumme von einer Milliarde Euro in das Pipelineprojekt hervorragend angelegt.

Das aus Russland stammende Erdgas wird durch die Pipeline mit einem Druck von bis zu 100 Bar gepresst. Um diesen hohen Druck aufrechtzuerhalten, ist auf halber Strecke in Baruth eine Verdichterstation gebaut worden. Aufgrund von Reibungsverlusten sinke der Druck von Lubmin nach Baruth um rund 35 Bar. "Damit das Gas in ordentlicher Qualität in Tschechien ankommt, musste die Verdichterstation gebaut werden", erklärte Wingas-Projektleiter Klaus Haussmann.

Im Oktober wird die Erdgastrasse in Betrieb genommen, jedoch nur mit halber Leistung - "denn nur ein Strang der Nordstream ist bisher betriebsbereit", sagte Haussmann. Der zweite Strang sei aber bereits in Arbeit. "200 Kilometer sind schon verlegt. Ende kommenden Jahres ist dieser dann fertig", kündigte Haussmann an. Pro Stunde werden dann in Lubmin bis zu 6,6 Millionen Kubikmeter Erdgas angelandet und auf die Opal und die Partnerpipeline NEL, die von Lubmin in Richtung Hamburg führt, aufgeteilt.