Die treibende Kraft sind hier, wie so oft in den kleineren Gemeinden, vor allem die Frauen. „Schönewalder Landfrauen“ nennen sich die Damen – und ob jung oder alt, von Anfang 30 bis über 70, sorgen sie für ordentlich Bewegung im Dorf. Wahrhaft legendär ist mittlerweile die Weiberfastnacht im Gasthaus Strauch. In vielen Orten versucht man schon das Original zu kopieren, oft mit mäßigem Erfolg. Die Weiberfastnacht in Schönewalde ist nicht zu toppen. Erst kürzlich war es wieder so weit. Unter dem Motto „Im Kloster ist die Hölle los“ ging es richtig heiß her. Probleme mit dem Kartenabsatz kennen die Damen nicht, seit acht Jahren ist die Veranstaltung ausverkauft. Die Männerwelt bekommt von dem weibischen Treiben relativ wenig mit, dient sie doch an diesem Tag höchstens als Chauffeur. Männern ist der Zutritt strikt untersagt. Schon am frühen Nachmittag geht es los, immer Punkt 15.31 Uhr, startet das Programm. 19 Akteurinnen zählt das Schönewalder Frauenensemble und die sorgen für ordentliche Stimmung. „Eine Chefin haben wir nicht, auch wenn es unglaublich klingt. Bei uns haben alle was zu sagen – und das klappt“, erklärt Elke Götze. Eine der Jüngsten im Team, Mandy Lechelt, übernahm in diesem Jahr die Aufgabe der Choreografie. „Es war nicht einfach, doch sie hat das alles ganz toll gemacht“, so das Lob von allen Seiten.

Wer nun denkt, Weiberfastnacht und das war es dann, der unterschätzt die Schönewalder. Am Samstag, starkes Schneetreiben hielt sie nicht ab, ging es ans Zampern. Und da durften dann die Männer auch wieder mitmachen. Ein illustres Trüppchen zog durchs Dorf, sammelte traditionsgemäß Speck und Eier und auch den einen oder anderen Euro, denn alles wird gebraucht, kommenden Samstag wird das ganze Dorf wieder gemeinsam feiern.

Vor allem die „Weiber“ von Schönewalde scheinen von Fastnachten nicht genug zu bekommen. Sie entschlossen sich am Sonnabend spontan, beim großen Karnevalsumzug am kommenden Wochenende durch Sonnewalde mit dabei zu sein. Hier kann man die „verrückten Weiber“ von Schönewalde erleben. Elke Götze hat schon angekündigt, dass jeder auch ein Schlückchen „Nonnensud“ bekommt – in Gebräu, das die Frauen bei Weiberfastnacht so richtig in Fahrt brachte. Torsten Pötzsch