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| 01:29 Uhr

Deutschlands größter Solarpark wächst bei Finsterwalde

Solar electric panels glisten in the morning sunlight at the Octillo experimental power generating station in Tempe AZ. 2007-06-16.
Solar electric panels glisten in the morning sunlight at the Octillo experimental power generating station in Tempe AZ. 2007-06-16. FOTO: Joseph M. "Joe" Zlomek
Finsterwalde/Drößig/Lichterfeld. Auf einer ehemaligen Kippenfläche der LMBV in der Nähe von Lichterfeld entsteht gegenwärtig die größte bekannte Photovoltaikanlage in Deutschland. Für die Landwirtschafts GmbH Finsterwalde, die hier mit anderen Firmen zusammenarbeitet, ist das Projekt zudem eine wichtige Investition in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Am Wochenende fand das Richtfest statt. Dieter Babbe

Auf einem 103 Hektar großen Areal unweit der F60, das der Mutterkuh-Agrar-GmbH Lugau gehört und bisher landwirtschaftlich genutzt wurde, werden fast 190000 kristalline PV-Module installiert, die eine Gesamtleistung von 41 MWp erbringen. Über vier Mittelspannungskabel wird der „Solarpark I Finsterwalde“ an das nahe gelegene Umspannwerk Lichterfeld angeschlossen, von dort aus wird der Strom über eine 110-KV-Freileitung in das envia-Netz eingespeist. Die jährlich produzierte Energie von 38 Millionen Kilowattstunden reicht, um rund 11000 Haushalte versorgen zu können. Dabei werden etwa 45000 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxid eingespart.

Für das landwirtschaftliche Unternehmen ist dieses zukunftsweisende Projekt nahezu überlebenswichtig, so stellt es Geschäftsführer Frank Neczkiewicz dar. Durch die enormen Einnahmeausfälle durch den Preisverfall bei Milch, Getreide und anderen Erzeugnissen sichere die Investition die Existenz des Betriebes. Zudem habe die ehemalige Kippenfläche ohnehin nur einen geringen landwirtschaftlichen Ertrag gebracht - der angebaute Roggen wurde als Ganzpflanze an die Biogasanlage in Drößig geliefert, so Neczkiewicz.

Die Landwirtschafts GmbH im Verbund mit der Mutterkuh-Agrar-GmbH errichtet die Anlage zusammen mit den Firmen Q-Cells International und unlimited energy GmbH. Durch den Verkauf des Projektes an den Investor und die Verpachtung der Flächen hat das landwirtschaftliche Unternehmen einen Nutzen von der Investition. Außerdem übernimmt es beim Betrieb Dienstleistungen und Pflegearbeiten des eingezäunten Grundstückes.

Gegenwärtig sind etwa drei Viertel der Anlage installiert. Die 4000 feststehenden Modultische werden mit jeweils 48 Modulen bestückt. Frank Neczkiewicz rechnet damit, dass der Solarpark I in spätestens drei Wochen ans Netz geht. Solarpark II und III, für die die B-Planverfahren noch laufen, entstehen auf 120 Hektar gleich daneben.

Der Solarpark Finsterwalde ist nach seiner Fertigstellung die viertgrößte Photovoltaikanlage auf der Welt. Der größte Park mit 50 MWp steht gegenwärtig im spanischen Olmedilla, der bisher größte in Deutschland mit 40 MWp ist im vorigen Jahr in Waldpolenz ans Netz gegangen.

Dieter Babbe