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| 19:30 Uhr

Interview
Der schönste Sternschnuppenstrom des Jahres

 Sternschnuppen der Perseiden (Bildmitte)
Sternschnuppen der Perseiden (Bildmitte) FOTO: dpa / Oliver Berg
Doberlug-KIrchhain. Perseiden – über die Nacht der Sternschnuppen vom 12. zum 13. August sprach die RUNDSCHAU mit dem Leiter der Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain.

Perseiden – über die Nacht der Sternschnuppen vom 12. zum 13. August sprach die RUNDSCHAU mit Peter Taubert, Leiter der Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain.

Herr Taubert, wann dürfen wir die Nacht der Sternschnuppen erleben?

Taubert Der alljährliche Auftritt der Sternschnuppen der Perseiden erreicht in der Nacht vom Montag, 12. August, auf Dienstag, 13. August 2019 das Aktivitätsmaximum. Der Radiant, der Ort, aus dem die Sternschnuppen scheinbar strömen, im Falle der Perseiden das Sternbild Perseus, steht vor der Morgendämmerung am höchsten, der Mond beeinträchtigt in diesem Jahr zwei Tage vor Vollmond dann allerdings die Beobachtung markant. Am besten hält man um 4 Uhr nach den schnellen Sternschnuppen Ausschau –  dies ist in der Mitte eines einstündigen Fensters, wo der Mond untergegangen ist und die Morgendämmerung beginnt.

Wie viele Sternschnuppen könnte man sehen?

Taubert Von einem dunklen Ort fernab von Städten und Dunst kann  in der Nacht des Aktivitätsmaximums pro Minute im Schnitt eine der schnellen Sternschnuppen gesehen werden. Der Radiant liegt nachts von 22 bis 4.30 Uhr über dem Horizont, am höchsten gegen gegen 4.30 Uhr; dann ist theoretisch auch mit den meisten Meteoren zu rechnen. Allerdings funkt der Mond dazwischen. Sein Licht erhellt den Himmel und dadurch sind die Sternschnuppen weniger auffällig oder gar nicht sichtbar.

War es das dann mit den Sternschnuppen?

Taubert Die Sternschnuppen der Perseiden sind ein jährlich konstant auftretender Sternschnuppenstrom, die im Maximum rund 100 Meteore für einen Standort produzieren. Nach dem Maximum können die Perseiden bis fast Ende August beobachtet werden. Je weniger störendes Licht von Straßenlaternen, Städten und vom Mond, um so besser die Chance auf Beobachtung.

Was sind Sternschnuppen?

Taubert Sternschnuppen werden von kleinen Staubteilchen verursacht, die mit hoher Geschwin- digkeit in die Erdatmosphäre eintreten. Auf etwa 100 Kilometer Höhe entsteht die helle Leuchtspur, als Folge des Rekombinationsprozesses der durch die Partikel ionisierten Luftteilchen. Die Staubteilchen sind die Überreste von Kometen, die sich über die Jahrhunderte auf der gesamten Länge der Bahn des verursachenden Kometen verteilt haben. Man muss aber keine Angst haben, dass die Staubteilchen bis auf den Erdboden gelangen. In einer Höhe von rund 60 Kilometern sind sie in der Regel vollständig verdampft.

Was raten sie jenen, die nachts zum Himmel schauen?

Taubert Versuchen Sie die Anzahl der gesehenen Sternschnuppen (Meteore) zu ermitteln und den Ursprungsort des Stroms am Himmel selbst zu bestimmen. Dies lässt sich durch einfache visuelle Beobachtungen mit dem bloßem Auge erreichen – allein oder besser in einer kleinen Gruppe. Für die Beobachtung unbedingt einen dunklen Standort suchen. Mehr als ein Viertel des Himmels lässt sich allein kaum überwachen. Hat man keinen Mitbeobachter, dann bleibt man einfach konsequent bei dem einmal gewählten Quadranten. Bei Beobachtungsende wird dann die ermittelte Anzahl an Sternschnuppen mit 4 multipliziert. Für die Beobachtung reicht eine Strichliste pro Zeitintervall von 10 Minuten. Natürlich kann man die Beobachtungen auch auf ein Diktiergerät sprechen oder mit dem Smartphone aufnehmen. So wird man durch das Notieren nicht von der Beobachtung abgelenkt.

Wie weiß man, ob man einen Perseid gesehen hat?

Taubert Man verfolgt die Bahn des Meteors am Himmel zurück und kann so sehen, ob er tatsächlich dem Radianten des Stroms, also dem Sternbild Perseus entstammt.

Wo sind Sie in der Nacht zum 13. August?

Taubert Ich selbst bin mit Freunden und Bekannten auf Beobachtunsgtour. In einer Gruppe ist es immer  besonders beeindruckend. Wir sind aber an Rückmeldungen an die Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain interessiert. Erfreulich wäre eine Information zur Anzahl der beobachteten Sternschnuppen unter Telefon  035322 30174 oder per Mail an  Volkssternwarte@web.de. Dabei bitte mit angeben: Name des Beobachters, Standort, Datum, Uhrzeit, Zeitintervall der Beobachtung, Anzahl der Beobachter, Anzahl der Sternschnuppen.

Quellen: u.a. Kosmos HJ 2019, SuW, astronomie.de,  astronomie. heute