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Der Mälzerturm als Wahrzeichen

Manfred Platz, als Sammler von Etiketten ein Kenner der Bier- und Brauergeschichte, weiß auch viel über die Brauerei in Fürstlich-Drehna zu berichten. Die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna wurde 1745 gegründet.

Aber bereits vor über 300 Jahren wurde in Drehna Bier gebraut. Im Jahre 1677, als die Standesherrschaft im Besitz des Geschlechts der Minkwitz war, begegnet im Kirchenbuch von Drehna als Brauer „David der Brauer“ . Im Jahre 1718, als Drehna der Herzogin Agnes Emilie von Sachsen-Weißenfels, Gräfin Reuß, gehörte und diese auch im Besitz von Dahme war, wird als Brauer der „hochfürstliche Brauer George Kuhring“ genannt. Aus dieser Zeit ist bekannt, dass die „Krüger“ in den zur Standesherrschaft Drehna gehörenden Dörfern verpflichtet waren, nur Drehnaer Bier auszuschenken und der Ausschank von Calauer Bier ihnen unter Androhung von Strafe verboten war. Der Graf Seyfried von Promnitz, der der Herzogin Agnes Emilie als Besitzer von Drehna folgte, ließ die Brauerei vergrößern und sie an der Stelle errichten, an der sie in unmittelbarer Nähe des Schlosses heute noch steht.
Nach dem Geschlecht des Grafen von Promnitz besaßen die Fürsten zu Lynar die Standesherrschaft Drehna. An sie erinnert das Wahrzeichen der Brauerei - der Mälzerturm -, der wie auch der so genannte Petroleum-Turm am Rande des Lindenplatzes nach Entwürfen von Karl Friedrich von Schinkel erbaut worden ist.
Letzter Besitzer der Brauerei als Gutsbrauerei war bis zur Bodenreform im Jahre 1945 der Standesherr Carl von Wätjen und nach ihm seine Witwe. Inzwischen war die Brauerei nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Pachtbetrieb geworden, dessen erster Pächter bis dahin in der Brauerei tätig gewesene Braumeister Johann Thieme wurde und nach ihm sein Sohn, der als Fachmann in seinem Beruf weit über die Grenzen des Kreises Luckau hinaus bekannt war und geachtet wurde.
Nach 1945 wurde die Brauerei an Braumeister Adolf Säuberlich verpachtet. Erst 1951 wurde die Bildung des volkseigenen Betriebes Brauerei Drehna vollzogen. Die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna wurde am 1. Juni 1990 in eine GmbH umgewandelt und mit dem 1. April 1991 privatisiert. Im Jahre 2000 wurde sie der Germania Brauerei GmbH Oschersleben angegliedert.