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Finsterwalde
Der kurze Weg nach Massen

Zwei Bürgermeister in Aktion: Jörg Gampe (l.) und Raimonds Cudars (r.) enthüllen das neue Straßenschild für die Salaspils iela.
Zwei Bürgermeister in Aktion: Jörg Gampe (l.) und Raimonds Cudars (r.) enthüllen das neue Straßenschild für die Salaspils iela. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Die südliche Stadtkernentlastungsstraße war ein Vier-Millionen-Projekt und heißt jetzt Salaspils iela. Sie wurde am Donnerstag eingeweiht mit Gästen aus der lettischen Partnerstadt. Von Heike Lehmann

Der kürzeste Weg von Finsterwalde nach Massen führt jetzt über Lettland, genauer gesagt über die Salaspils iela – so heißt seit Donnerstagvormittag die neue bislang etwas sperrig als Südliche Stadtkernentlastungsstraße bezeichnete Verbindung.

1,3 Kilometer neue Straße mit zwei Kreisverkehren an der Grenzstraße und am Langen Damm (Stadtwerke-Kreuzung) wurden seit Oktober 2015 gebaut. Mit allem, was dazu gehört, jedenfalls nach Behördenauflagen. Jörg Gampe (CDU), Bürgermeister von Finsterwalde, hat bei der feierlichen Namensgebung darauf verwiesen, dass „nach einigem Hin und Her“ noch Leitplanken errichtet wurden. Vor allem für die Anwohner am Langen Damm, an der Langen Straße und in der Cottbuser Straße hofft der Bürgermeister, dass der Schwerlastverkehr mit dieser neuen Verbindung aus der Innenstadt herausgehalten werden kann.

Seit vier Wochen rollt der Verkehr schon über die neue Straße. Die Vier Finsterwalder Sänger haben es so formuliert: „Die Finsterwalder waren nicht zu halten, sie fuhren längst schon mit’s Auto drauf.“

Nach der Rue de Montataire (Frankreich) und Finspångsgatan (Schweden) hat die Sängerstadt nun auch die lettische Partnerstadt mit einem Straßennamen fest verankert. Ob der Name den Finsterwaldern fließend über die Zunge gehen wird, bleibt abzuwarten. Auch Bürgermeister Gampe hatte noch seine kleinen Holperer. Aber Amtskollege Raimonds Cudars konnte helfen. „Es ist ein großes Geschenk für uns, dass eine Straße unseren Namen trägt“, sagte er stolz. Er ist mit der Vizebürgermeisterin für Soziales und Sport, Malda Caune, und Polina Ivleva zu Gast in Finsterwalde.

Jörg Gampe hob ausdrücklich die hervorragende Arbeit der Baufirma Eurovia hervor. Im Oktober 2015 habe der Bau begonnen und sei in mehreren Abschnitten ausgeführt worden. 1,4 Millionen Euro Fördermittel gab es vom Land, insgesamt habe die Straße knapp vier Millionen Euro gekostet.

Das Projekt selbst aber beschäftigt schon viel länger. Die Planung lag in den Händen von Delta Plan. Claudia Kiehl erinnert sich: „Seit 2008 haben wir damit zu tun. Es musste oft etwas geändert werden, es kam immer wieder Neues hinzu, aber es hat Spaß gemacht, daran mitzuarbeiten. Und jetzt fahre ich selbst täglich hier lang.“ Olaf Weiß von der Eurovia denkt an die „großen Baugrundprobleme im mittleren Abschnitt“, die Zeit gekostet haben. Der Boden war nicht tragfähig. Viel Bodenaustausch war notwendig. Auch ein alter Schackedurchlass sei plötzlich als Bauwerk in der Erde aufgetaucht.

Den Bauverlauf intensiv verfolgt hat Karin Dübel (73). Sie wohnt in der  Glasmacherstraße und fährt jetzt täglich mit dem Rad die Straße entlang bis zur Oscar-Kjellberg-Straße oder zum Markt. „Das ist sicherer als durch die Stadt und ich genieße den Blick in die Landschaft“, sagt sie.

Das neue Straßenschild informiert auch über die Städtepartnerschaft.
Das neue Straßenschild informiert auch über die Städtepartnerschaft. FOTO: Heike Lehmann
Bürgermeister Raimonds Cudars aus Salaspils.
Bürgermeister Raimonds Cudars aus Salaspils. FOTO: Heike Lehmann