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| 02:38 Uhr

"Der Hirsch hat mich plötzlich angegriffen"

Schaut ganz friedlich, geht aber auf Besucher los. Mit gekapptem und geschlauchtem Geweih muss der ungestüme Damhirsch deshalb jetzt tagsüber in einem Vorgehege bleiben.
Schaut ganz friedlich, geht aber auf Besucher los. Mit gekapptem und geschlauchtem Geweih muss der ungestüme Damhirsch deshalb jetzt tagsüber in einem Vorgehege bleiben. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Es sollte ein schöner Ausflug in den Tierpark werden. Aber im Damwildgehege wird Heike Modrow aus Massen plötzlich von einem Hirsch angegriffen. Das Tier hinterlässt einen dicken Bluterguss. Es fällt nicht das erste Mal auf. Der Tierparkchef ergreift Maßnahmen zur Sicherheit der Besucher. Heike Lehmann

Vor einer Woche besucht Heike Modrow mit ihrem Sohn und den beiden Enkelkindern, zwei und fünf Jahre alt, den Tierpark in der Bürgerheide. Auch das erst im Frühjahr eröffnete erweiterte Hirschgehege sparen sie nicht aus. Dort können Besucher auf Tuchfühlung mit Damhirschen gehen. Der Weg führt durch ein etwa 4600 Quadratmeter großes Gelände mit Wildtieren. Am Eingang ist zu lesen: Betreten auf eigene Gefahr!

Heike Modrow schildert: "Ich war kaum zwei Schritte hinter der zweiten Tür, da kam der Hirsch von hinten angerannt und blieb vor mir stehen. Ich habe ihn an meiner Hand schnuppern lassen und plötzlich hat er mich angegriffen - zum Glück nicht die Kinder." Am Ellbogen von Heike Modrow bildet sich übers Wochenende ein dicker blauer Bluterguss. Am Montag geht sie sicherheitshalber zum Arzt. Und noch einmal in den Tierpark, um dem Leiter die Verletzung zu zeigen. Weil ein Mitarbeiter nach dem Vorfall davon sprach, dass dieser Hirsch schon öfter auffällig wurde, denkt Heike Modrow an die vielen Kinder im Tierpark und will wissen, was unternommen wird. Sie schildert den Vorfall auch der Stadtverwaltung.

Sowohl dem Tierparkchef, als auch der Stadtverwaltung ist der Zwischenfall sehr unangenehm. Dem Hirsch sei inzwischen das Geweih abgesägt worden "ohne Schmerzen für das Tier, das ist totes Gewebe", versichert Pressesprecherin Franziska Dorn. Die Stangen wurden außerdem geschlaucht, das heißt mit Plastikschläuchen überzogen, wegen der Verletzungsgefahr. Der Hirsch ist jetzt in einem Vorgehege isoliert, kommt mit Besuchern nicht mehr in Berührung. Nachts darf er zu seinen Artgenossen.

In der Tat gab es im vergangenen Jahr schon einen Vorfall. Die Tierpfleger hofften, dass sich das nach dem Ablegen des ersten Geweihs geben wird. Weil der Hirsch aber doch "etwas wilder" sei, gelten jetzt diese Vorsichtsmaßnahmen.