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Der große Tag steht kurz bevor

Rücken gerade halten! Auch das Hinknien will geübt sein. Pfarrer Hubert Grapentin (rechts) bespricht mit Josefine (links), Elisa und Willy den Ablauf des Gottesdienstes. Am Sonntag werden sie konfirmiert.
Rücken gerade halten! Auch das Hinknien will geübt sein. Pfarrer Hubert Grapentin (rechts) bespricht mit Josefine (links), Elisa und Willy den Ablauf des Gottesdienstes. Am Sonntag werden sie konfirmiert. FOTO: Franziska Dorn
Sonnewalde. In diesen Wochen werden die evangelischen Kirchen wieder voll sein, wie man es sonst nur zu Weih- nachten kennt. Überall in der Region wird Konfir- mation gefeiert. pm/blu

Auch für Willy, Elisa, Josefine und Lukas-Max naht der große Tag. Am kommenden Sonntag werden sie in der Sonnewalder Kirche konfirmiert. Sie gehören damit zu den Jugendlichen, die den Schritt ins Erwachsenenalter mit einer Konfirmation feiern. Zwei Jahre haben sie sich im Konfirmandenunterricht darauf vorbereitet. Die zehnköpfige Gruppe sei in der Zeit gut zusammengewachsen und alle hätten sich wohlgefühlt, sind sich die 13- und 14-Jährigen einig. "Damit haben die Jugendlichen schon eines der wichtigen Elemente des Christseins, nämlich die Gemeinschaft, erfahren.", sagt Hubert Grapentin.

Der Pfarrer hat die Jugendlichen unterrichtet und wird sie am Sonntag auch konfirmieren. Was man aus den zwei Jahren außerdem mitgenommen hat? "Wir haben etwas über den Gottesdienst, die kirchlichen Feste und die Bibel gelernt, aber auch über Lebenssituationen gesprochen, über die man zu Hause seltener spricht", sagt Willy Albrecht. "Wir haben erfahren, was es heißt, getauft zu sein und was das bevorstehende Abendmahl bedeutet", ergänzt Josefine Knorr. In bester Erinnerung haben alle vier den Paddelausflug in den Spreewald, die gemeinsamen Spiele und die Ferienfreizeiten wie das Skifahren in den Alpen.

"Mit der Konfirmation bekommen die Jugendlichen das Recht, ein Patenamt zu übernehmen", informiert Hubert Grapentin. Ihnen werde also ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein zugesprochen. Für Willy, dessen Großvater Pfarrer in Sonnewalde war, gehört der regelmäßige Gottesdienstbesuch zum Alltag. Die Frage nach Jugendweihe oder Konfirmation gab es für ihn nicht. Auch in den Familien von Josefine, Elisa und Lukas-Max wurde schon immer Konfirmation gefeiert. Die Vier finden das gut und freuen sich auf den festlichen Gottesdienst am Sonntag, die Feier mit der Familie und natürlich die Geschenke. Zuvor werden sie gemeinsam mit ihren Eltern die Ranke für die Kirchentür flechten. So ist es Tradition in Sonnewalde. Und die Kleidung? "Ich werde einen Anzug mit Fliege tragen. Das wollte ich auch so", sagt Willy. Auch die Mädchen werden sich ausgesprochen festlich anziehen, mit Kleid und Ranke im Haar, weil der Tag etwas Besonderes ist.

Die Konfirmation findet am Sonntag um 14 Uhr in der Sonnewalder Kirche statt. Wie Elisa, Willy, Josefine und Lukas-Max bereiten sich viele andere Jugendliche auf ihren großen Tag vor. Am kommenden Sonntag finden unter anderem auch in Finsterwalde, Betten, Kirchhain und Werenzhain Konfirmationen statt. Die Zahl derer, die sich für eine Konfirmation entscheiden, ist im Kirchenkreis Niederlausitz seit fünf Jahren mit etwa 150 stabil. 73 Konfirmationen sind es in Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Umgebung.