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| 02:34 Uhr

Der Frust der Woche in Finsterwalde

Finsterwalde. "Da kommt man ja nie durch." – "Ich habe es schon hundertmal versucht. " – "Da ist ja überhaupt niemand. Die Türen sind verschlossen." – "Da stimmt was nicht. leh

Die Termine werden unter der Hand verschoben." - "Das Problem ist doch hausgemacht. Man kann nicht nur eine Telefonnummer angeben, wenn der Bedarf so groß ist." Das sind nur einige der Sätze, wie sie RUNDSCHAU-Leser in dieser Woche täglich am Reporter-Telefon loswerden wollten. Der Ärger über die telefonische Terminvergabe für den neuen Augenarzt, der am 1. April im Finsterwalder Ärztehaus Süd seine Praxis eröffnet, wuchs von Tag zu Tag.

Seit Dienstag kann man über die Rufnummer 03531 6079410 einen Termin für den Augenarzt Przemyslaw Naturski vereinbaren - wenn man durchkommt. Gestern hat neben vielen anderen Brigitte Müller aus Finsterwalde, die zuletzt den weiten Weg bis Torgau zum Augenarzt in Kauf genommen hat, erbost erklärt: "Das kann doch nicht sein, wenn man dringend einen Arzttermin braucht, dass man dann so hingehalten wird." Eine andere Rentnerin mit Überweisung und akuten Beschwerden befürchtet, dass sie - sollte sie einmal Glück haben, eine freie Leitung zu erwischen - erst im August oder September einen Termin bekommt. "Da bin ich vielleicht schon tot", sagte sie.

In den Hintergrund rückt bei diesem Frust leider, dass es nur in gemeinsamer Anstrengung vom Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) und dem Ärztenetz Südbrandenburg ANSB möglich war, nach fast drei Jahren diese medizinische Versorgungslücke in der Sängerstadt überhaupt erst wieder zu schließen. 2013 hatte der letzte Augenarzt in Finsterwalde seine Praxis aufgegeben und keinen Nachfolger gefunden. Viele Patienten fahren deshalb inzwischen bis Großräschen, Cottbus, Dresden und Torgau. Viele sind aber seitdem auch gänzlich ohne Augenarzt. Entsprechend groß ist jetzt der Ansturm auf die neue Praxis. Was natürlich die Telefonleitung überlastet, wie versichert wird.

Es bleibt also nur die Hoffnung, dass sich bis Ende März die Lage entspannt und noch möglichst viele Patienten aufgenommen werden können.