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| 01:34 Uhr

Der Ehrenfriedhof bleibt in Doberlugs Zentrum

Der russische Ehrenfriedhof in der Hauptstraße von Doberlug-Kirchhain. Foto: Heike Lehmann
Der russische Ehrenfriedhof in der Hauptstraße von Doberlug-Kirchhain. Foto: Heike Lehmann FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Der russische Ehrenfriedhof wird seinen Platz im Doberluger Stadtzentrum behalten. Mit der weiteren Sanierung im historischen Stadtkern soll er aber möglichst dezenter gestaltet werden, um die einstige Stadtgründer-Idee von der Größe des Platzes vor dem Schloss nicht zu stören. Heike Lehmann

Diesen Ansatz stellte vor wenigen Tagen Doberlug-Kirchhains Stadtplaner Werner Hillmann von der MKS Architekten - Ingenieure GmbH vor. Bei der öffentlichen Informationsveranstaltung der Stadt zur weiteren Gestaltung der Hauptstraße wurde nicht nur die Zukunft der Bäume angesprochen. Hans-Werner Laske wärmte die seit Jahren schwelende Diskussion um den Ehrenfriedhof auf. "Bei allem, was sich jetzt zum Positiven in der Stadt verändert, ist der Friedhof nicht bedacht worden. Er gehört dort nicht hin", sagte er. Als Begründung führte er an, dass "keiner der Soldaten bei Kampfhandlungen in Doberlug gefallen ist, etliche sich selbst mit Methylalkohol vergiftet haben". Eine Bemerkung, die von anderen im Saal als unpassend empfunden wurde.

Diese Geschichte des Ehrenfriedhofs kennt auch Werner Hillmann. Im Mai und Juni 1945 wurden tote Sowjetsoldaten aus der Umgebung exhumiert und in Doberlug beigesetzt. Hinzu kamen die, die sich bei einem Trinkgelage vergiftet hatten. Für 24 Gräber entstand ein Friedhof mit Denkmal und Grabsteinen mitten in der Stadt - "quasi unübersehbar aus damaliger Siegersicht", sagt Hillmann. Seit 20 Jahren begleitet er das Stadtsanierungsverfahren in Doberlug und "seit etwa sieben Jahren beschäftigt uns das Thema Friedhof", sagt er. Aber der Friedhof steht zum einen unter Denkmalschutz und zudem "unter dem besonderen Schutz durch den Einigungsvertrag", so Hillmann. Er ist damit unverrückbar. Hillmann sagt aber auch: "Nichts an dem Ehrenfriedhof ist mit großem Anspruch gemacht. Gut wäre, ihn so weit zurückzunehmen, damit die Größe des Platzes erlebbar wird." Das sei für ihn "sensibler Umgang mit Geschichte und würde den Bedürfnissen der Stadt entsprechen". Er schlägt vor, auf die Einfriedung, den Vorplatz und das Dauergrün zu verzichten und favorisiert liegende Grabsteine. Abzustimmen sind Veränderungen am Friedhof mit der russischen Botschaft.