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| 23:43 Uhr

Weiterhin eine sichere Fahrt!
Der Beinahe-Crash an der Regina-Kreuzung

Fünf Jahrzehnte ohne einen selbstverschuldeten Verkehrsunfall: Dieter Piske aus Finsterwalde.
Fünf Jahrzehnte ohne einen selbstverschuldeten Verkehrsunfall: Dieter Piske aus Finsterwalde. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde. Wie der Finsterwalder Dieter Piske den vermied – und bereits seit 50 Jahren unfallfrei Auto fährt. Von Dieter Babbe

Es ist an einem späten Montagabend. Silvia und Dieter Piske kommen mit ihrem Auto von der Chorprobe in Massen. Sie passieren den Langen Damm und sind auf dem Weg zu ihrer Wohnung im Finsterwalder Südkomplex. Als das Ehepaar die Kreuzung am Dammhaus erreicht, bekommen beide einen Riesenschreck. „Ein Auto rast plötzlich von links mit einem Affenzahn von der Schacksdorfer Straße über die Regina-Kreuzung, ohne auf den Verkehr auf der Hauptstraße zu achten. Beinahe hätte es gekracht, aber tüchtig“, bekommt Dieter Piske jetzt noch Gänsehaut, wenn er davon erzählt.

Dass es nicht dazu kam, war der schnellen Reaktion des 73-Jährigen zu verdanken. „Bei einem Zusammenprall hätte es nicht nur Blechbeulen gegeben“, ist sich Dieter Piske sicher. Schockiert sitzt das Ehepaar noch Sekunden im Auto, das nach der kräftigen Vollbremsung zunächst nicht anspringen will. Diesen Abend werden Silvia und Dieter Piske so schnell nicht vergessen. „Dieser Beinaheunfall ist die einzige brenzliche Situation, die ich als Kraftfahrer bisher erlebt habe – von einem Wildunfall bei Eichholz mal abgesehen, als mir ein Hirsch ins Auto gerannt ist und einen Schaden von 10 000 Euro hinterlassen hat“, erinnert sich Dieter Piske.

Keinen einzigen selbst verschuldeten Unfall verursacht, das will bei Dieter Piske schon was bedeuten. Denn der Mann besitzt seit immerhin 50 Jahren einen Führerschein – und den er nicht nur in der Tasche mit sich herumträgt. Als Stift beim Finsterwalder Wasserwirtschaftsbetrieb, der späteren Cowag, hat Dieter Piske als angehender Wasserwerksfacharbeiter seinen Führerschein gemacht. „Den hat damals noch der Betrieb bezahlt, weil der wollte dass die Beschäftigten mobil sind“, weiß der Rentner noch. Wartburg, Skoda und Trabi waren seine ersten Autos zu DDR-Zeiten, nach der Wende haben sich Piskes immer wieder für einen Citröen entschieden, den fünften fährt Dieter Piske inzwischen schon.

Auf vier Rädern hat die Familie im Urlaub schöne Ecken in Deutschland kennengelernt und sogar etliche ferne Länder Europas bereist. „Inzwischen fahre ich nicht mehr so lange Strecken mit dem Auto“, gesteht Dieter Piske, der meist seine Frau als Beifahrerin neben sich hat. Und so kann sie bestätigen, wenn ihr Mann das „Rezept“ für unfallfreies Fahren verrät: „Hektik ist Gift beim Autofahren. Die Ruhe bewahren hinterm Steuer, zügig fahren ohne zu rasen, aber stets vorausschauend. Und ganz wichtig: Immer mit Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen. Es nützt doch nichts, wenn ich nach der Straßenverkehrsordnung richtig fahre, auf mein Recht poche und es kommt zu einem schweren Unfall“, will Dieter Piske seine Erfahrung anderen weitergeben.

Jedenfalls fährt er jetzt mit einem mulmigen Gefühl über die Finsterwalder Regina-Kreuzung – zumindest montags immer etwa um die gleiche Zeit, und das schon seit 35 Jahren. „Solange singen wir, meine Frau und ich, im Massener Volkschor. In der Gaststätte Dix ist um 19.30 Uhr Chroprobe. Wir suchen dringend Nachwuchs“, macht der vorbildliche Kraftfahrer, der auch ein leidenschaftlicher Sänger ist, gleich noch Werbung, als er dieser Tage im Rampenlicht steht. Dieter Piske ist jüngst bei einer Verkehrsteilnehmerschulung vor einer großen Besucherschar für fünf Jahrzehnte unfallfreies Fahren mit dem Goldenen Lorbeerblatt der Deutschen Verkehrswacht ausgezeichnet worden – Sohn Alexander hatte die Überraschung für seinen Vater eingefädelt. Eine Urkunde, eine Anstecknadel, ein Aufkleber und ein Ausweis weisen den Finsterwalder als vorbildlichen Kraftfahrer aus. Weiterhin eine sichere Fahrt, Dieter Piske!