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| 01:14 Uhr

Der Anblick ist nicht strafbar

Ärger gibt es in Hennersdorf wegen verkommener, verfallener Grundstücke und Häuser. Abgesehen vom Anblick, bedeuten manche der Bauten eine Gefahr für Leib und Leben.


Dem Ordnungsamt in Doberlug-Kirchhain ist dies bekannt, doch der Handlungsspielraum ist nach Aussage des Ordnungsamtsleiters Olav Blender stark eingeschränkt. „Wir haben eine klare Definition vom Gefahrenbegriff“ , erläuterte Blender gegenüber der RUNDSCHAU. „Dieser ist im Paragraf 13 des Ordnungsbehördengesetzes verankert und betrifft Leben, Gesundheit und Eigentum. Allein ein miserabler Anblick ist nicht strafbar.“
Dennoch stehe das Amt im ständigen Briefwechsel mit den Besitzern, die beide in den Altbundesländern wohnen, könne aber immer nur an deren Gewissen appellieren, ihre Grundstücke in Ordnung zu halten, bevor wirklich einmal etwas passiert.
Im Sommer des vergangenen Jahres, nach einem Unwetter, lösten sich Teile der Giebelwand des Hauses Nr. 15. Es sah so aus, als hätte man nun eine konkrete Handhabe. Der Eigentümer wurde informiert und zum Handeln aufgefordert. Doch seine Aktivitäten beschränkten sich auf ein Minimum, die Giebelwand wurde notdürftig abgestützt, sodass sie nicht mehr gegen den Paragrafen 13 des Ordnungsbehördengesetzes verstößt. Der Anblick wurde dadurch nicht schöner, doch das ist ja nicht strafbar. So müssen die Hennersdorfer wohl noch eine Weile mit den Schandflecken auf ihrem Anger leben.