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| 11:21 Uhr

Geschichten im Advent aus Elbe-Elster
Den Weihnachtsmann gibt es überall

Vor allem die Kinderbetreuung der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain ist weihnachtlich geschmückt.
Vor allem die Kinderbetreuung der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain ist weihnachtlich geschmückt. FOTO: LR / Josephine Japke
Doberlug-Kirchhain. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain feiern christliche und muslimische Flüchtlinge gemeinsam. Von Josephine Japke

Fröhliche Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noel und Sarbatori vesele heißt es derzeit auf der ganzen Welt – und in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain. Dort bereiten sich 750 Bewohner aus den verschiedensten Ländern und 63 Mitarbeiter und Ehrenamtliche auf die Feiertage vor, jeder auf seine Art und Weise.

„Es flüchten nicht nur Muslime aus ihrer Heimat. Auch Christen flüchten aus ganz unterschiedlichen Gründen und kommen zu uns. Wieder andere haben gar keine Religion“, erklärt Robert Günther, Referent der Objektleitung in Doberlug-Kirchhain. Die Mehrzahl der Bevölkerung im Sudan, Eritrea und Kenia beispielsweise ist christlichen Glaubens. Doch auch im Iran, Afghanistan und Syrien leben Christen. Und auch wer kein Weihnachten feiert, ist mit dem ganzen Rummel rund um den Weihnachtsmann im roten Mantel und mit weißem Rauschebart bestens vertraut.

Während der Weihnachtswoche für Erwachsene baute Ali Weihnachtssterne aus Holz.
Während der Weihnachtswoche für Erwachsene baute Ali Weihnachtssterne aus Holz. FOTO: Erstaufnahmeeinrichtung Doberlug

DRK-Mitarbeiterin Marén Zankl, aus Finsterwalde sagt, dass bei den Weihnachtsfeierlichkeiten und -vorbereitungen natürlich niemand mitmachen muss, aber jeder herzlich willkommen ist. „Es geht darum, ihnen ein bisschen was von unserer Kultur zu zeigen. Auch im vergangenen Jahr kam unsere Weihnachtswoche für Erwachsene gut an“, sagt sie. In diesem Jahr fand sie unter dem Motto „Sechs Tage im Dezember“ statt. Start war der internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Im Laufe der Woche wurden Weihnachtssterne gebaut, im Planetarium Herzberg einem Vortrag über Sternschnuppen gelauscht, Weihnachtsfilme gesehen und Plätzchen gebacken. „Den Menschen hier ist jede Abwechslung willkommen. Sie wollen tanzen, Musik hören und Spaß haben und nutzen dafür auch die festliche Stimmung im Dezember“, erklärt Marén Zankl.

Natürlich kommen die Kinder nicht zu kurz, denn gerade die Kleinsten haben die größte Freude in der Adventszeit. 83 Schul-, 27 Kita- und 25 Kleinkinder von null bis zweieinhalb Jahren betreut das Team rund um Janet Kowal derzeit. Der Mann im roten Mantel heißt für die Jüngsten in der Einrichtung entweder Santa Claus oder auch Baba Noel und bringt am ersten Weihnachtsfeiertag kleine Geschenke – auch den Kindern und deren Eltern. „Vieles wurde gespendet, wofür wir sehr dankbar sind. Außerdem haben wir gemeinsam mit den Kindern kleine Präsente für die Eltern gebastelt“, erklärt Courtina Türke, Erzieherin in der Kinderbetreuung, und zeigt stolz auf den Tisch, wo aus Seife gegossene Schneeflocken liegen.

In der ganzen Kita hängen selbstgebastelte Rentiere, Weihnachtsmänner mit weißen Bärten und roten Nasen, Sterne und Kugeln. Oft singen die Kinder gemeinsam Weihnachtslieder aus ihrer Heimat oder tragen Gedichte vor, an die sie sich noch erinnern können. „Die Lieder der Kinder höre ich viel lieber, als die immer gleichen Songs im Radio“, sagt Courtina Türke, während im Hintergrund „Last Christmas“ läuft.