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| 12:00 Uhr

DDR-Geschichte auf der Leinwand
Streitbarer Filmemacher mit „Eisenzeit“ in der Arche

Finsterwalde. Die Kirche stimmt mit der Dokumentation am Dienstag in Finsterwalde auf die Friedensdekade im November ein, in der auch an die Rolle der Kirche in den Wendezeiten in der Region Finsterwalde erinnert werden soll. Von Dieter Babbe

Ein Stück DDR-Geschichte wird am Dienstag, 4. Juni, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Arche in Finsterwalde lebendig. Thomas Heise, ein streitbarer Filmemacher, dessen ersten Dokumentarfilme verboten wurden, plante bereits während seiner Zeit als Regiestudent in Potsdam-Babelsberg ein Gruppenporträt über Jugendliche in Eisenhüttenstadt, der „ersten sozialistischen Stadt der DDR“, die als „Stalinstadt“ Anfang der 1950er-Jahre aus dem Boden gestampft wurde. Das Projekt wird noch im Recherchestadium abgebrochen.

Als der Regisseur zehn Jahre später endlich in seinem Beruf arbeiten kann und sich dem alten Vorhaben zuwendet, sind nur noch zwei der vier Gesprächspartner am Leben. In seiner Doku geht Heise den Spuren der Verstorbenen nach, entwirft ein ernüchterndes Bild verkommener Utopien und abgebrochener Lebensentwürfe.

Die Kirchengemeinde stimmt mit dem Dokumentarfilm auf die diesjährige Friedensdekade im November ein, in der auch an die Rolle der Kirche in den Wendezeiten in der Region Finsterwalde erinnert werden soll. Der Eintritt ist frei.

Erst nach der Wende wurde Thomas Heise bekannt, und legte mehrere streitbare Werke vor, unter anderem 1992 über die rechtsradikale Jugendszene in Halle an der Saale. Von 1993 bis 1998 inszenierte er mehrere Stücke am Berliner Ensemble. Im Jahr 2002 wurde er von der DEFA-Stiftung mit dem Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst geehrt. Heise ist seit 2007 Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Filmreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und dem Filmmuseum Potsdam statt.