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| 16:48 Uhr

Doberlug-Kirchhain
So war die Freizeit in der DDR

 Die ersten Besucher der neuen Sonderausstellung im Weißgerbermuseum erinnern sich an die Freizeit in der DDR.    Foto: Ivonne Kommolk
Die ersten Besucher der neuen Sonderausstellung im Weißgerbermuseum erinnern sich an die Freizeit in der DDR. Foto: Ivonne Kommolk FOTO: Ivonne Kommolk
Doberlug-Kirchhain. Das Weißgerbermuseum erinnert an Pioniernachmittage, Arbeitsgemeinschaften und Campingurlaube. Von Ivonne Kommolk

Passend umrahmt von Liedern wie „Alt wie ein Baum“ oder „Über sieben Brücken musst du gehen“ von Alena Kühn und Patrick Schülzke von der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ hat Dr. Andreas Hanslok, der Leiter vom Weißgerbermuseum, am Dienstagabend zahlreiche Besucher mit auf eine Zeitreise in die DDR genommen.

„Freizeit ist jener Zeitraum der Lebensgestaltung im Sozialismus, der nicht durch die gesetzlich festgelegte Zeit für Arbeit, Ausbildung, Studium, Lehre und so weiter sowie die damit unmittelbar verknüpften Zeitaufwendungen gebunden ist und der von Werktätigen nach eigenem Ermessen gemeinschaftlich oder individuell zur Befriedigung verschiedener Bedürfnisse und Interessen, zur Gestaltung sozialer Beziehungen und zur Erfüllung gesellschaftlicher Erfordernisse genutzt wird“, so sagt es das Wörterbuch für politische Bildung. Mit diesem Zitat begann Hanslok seine Einführung in die neue Sonderausstellung. „Gelenkte Freizeit in der DDR – Doberlug-Kirchhain im Fokus“ wird gezeigt.

Es war eine Retro-Reise, bei der so mancher Gast schmunzeln musste oder zustimmend nickte. Gemeinsam erinnerte man sich ans Schlange stehen, Altstoffe sammeln, an  Erntehelfer und Pioniernachmittage, Agitatoren und Arbeitsgemeinschaften. Der Museumsleiter sprach auch von den vielen Kinos und Bibliotheken, deren Dichte damals doppelt so hoch war wie heute. Urlaub gemacht wurde nur selten im Ausland, meistens an der Ostsee, auf Campingplätzen mit Plumpsklo, in der Sächsischen Schweiz oder im Thüringer Wald. Ab den 1980er-Jahren standen für die DDR-Bürger mehr als drei Millionen betrieblich finanzierte Urlaubsplätze zur Verfügung und noch einmal 1,8 Millionen Ferienplätze der Gewerkschaften.

Das Anschauungsmaterial in den beiden Ausstellungsräumen zeigt aber deutlich, wie sehr der Staat in die Freizeitgestaltung seiner Bürger involviert war. Plakate aus dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. belegen dies. Außerdem werden  Objekte aus DDR-Zeiten gezeigt, wie zum Beispiel alte Spiele, Bücher oder elektrische Geräte, die Geschichten aus dieser Zeit erzählen und hauptsächlich von Bernd Klischis zur Verfügung gestellt wurden.

Sehr gut angekommen sind bei den Besuchern die Fotos von Hobbyfotograf Carsten Hoffmann aus Doberlug-Kirchhain. Viele Gäste erkannten sich oder Freunde, manche auch ehemalige Lehrer darauf wieder.

Die Ausstellung soll in den nächsten Wochen nicht nur alle Doberlug-Kirchhainer einladen, sondern alle Interessierten und Geschichtsbegeisterten, gern auch Schulklassen. Zeit dafür bleibt noch bis zum 19. Mai.

 Anstoßen auf eine gelungene neue Sonderausstellung im Weißgerbermusem
Anstoßen auf eine gelungene neue Sonderausstellung im Weißgerbermusem FOTO: Ivonne Kommolk