Die Bauarbeiter haben sich von Anfang an ins Zeug gelegt. Müssen sie auch, denn der Zeitplan für die Sanierung des aus drei Einzelteilen (das kleine Haus in der Torgauer Straße, der ehemalige Konsum auf dem Markt sowie ein Hinterhaus) bestehenden Einzeldenkmals ist so eng wie noch nie gestrickt. „Bis zum Wintereinbruch wollen wir das Mauerwerk und das Dach schon so weit wieder dicht haben, dass trotz Nässe und Kälte im Inneren weiter gearbeitet werden kann“ , lässt Bauherrin Sabine Endemann, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft „Elsteraue“ , wissen. Seit etwa vier Wochen werden nun schon alle die Teile abgetreten, die weichen müssen, weil sie nicht mehr standfest sind. Einige Innenwände verschwanden, und auch das Hinterhaus ist bis auf die Fundamente abgetragen worden. Derzeit kümmert man sich um das Dach. Voraussichtlich 70 Prozent sind davon nicht mehr zu retten. Der Rest, der später wieder eingebaut werden kann, wird sorgsam sortiert und verwahrt. „Einige dieser alten, noch gut erhaltenen Hölzer wird man später an den Decke in der Wohnung im Dachgeschoss sehen können. Wir planen dort einen Mix aus Alt und Modern“ , macht Sabine Endemann auf die Gestaltung neugierig und verdeutlicht damit, dass sie gemeinsam mit den beiden Architekten aus Potsdam erneut einen Weg gesucht hat, dem Denkmal neues Leben einzuhauchen und gleichzeitig seine Historie weitgehend zu wahren.
Das sei natürlich nicht immer einfach gewesen, aber sie habe im Laufe der Jahre, in denen sie nun Umbauten in solch sensiblem Gebäudebestand vorantreibt, viel gelernt und einen guten Draht zu den Verantwortlichen bei der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörde gefunden. „Die Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen für die Sanierung war richtig gut“ , freut sie sich über das Miteinander.
Das Ergebnis wird man bald deutlich vor Augen haben. In zentraler Marktlage in Uebigau entstehen bei dieser Sanierung im Untergeschoss Flächen für zwei Läden, im Obergeschoss drei Wohnungen (für jene Interessenten, die einen Wohnberechtigungsschein vorweisen können) und im Dachgeschoss eine vierte, jedoch frei vermietbare Wohnung. Fast 500 Quadratmeter Geschäfts- und Wohnfläche müssen zuvor aber erst einmal hergerichtet werden.
Allein schon das Fachwerk ist eine Herausforderung. Zum Markt hin ist es völlig kaputt. Aber das haben die Bauverantwortlichen dank der gründlichen Gutachten im Vorfeld schon gewusst und entsprechend Zeit und Mittel eingeplant, um es neu aufzubauen. Sabine Endemann: „Wir haben auf die vorbereitenden Untersuchungen noch mehr Wert gelegt als bisher, sie noch gründlicher abgearbeitet, damit wir wissen, was uns erwartet. Ich denke, das zahlt sich jetzt aus.“