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| 01:35 Uhr

Das Trebbuser „Pfötchenhotel“ kennt keine Zwinger

Kati Schubert-Richter hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: mit vielen Hunden leben. Foto: Dieter Babbe
Kati Schubert-Richter hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: mit vielen Hunden leben. Foto: Dieter Babbe FOTO: Dieter Babbe
Trebbus. Nicht nur die alte Windmühle prägt den Ruf des kleinen Dorfes. Das Islam-Kloster von Scheich Abdullah Halis Dornbrach hat sich längst als reizvolle wie preiswerte Herberge herumgesprochen. Dieter Babbe



Jetzt kommt eine neue gemütliche Bleibe in familiärer Atmosphäre hinzu - für Vierbeiner allerdings. In Trebbus (Elbe-Elster) gibt es ein “Pfötchenhotel„.

Kati Schubert-Richter hat ihre Wurzeln im Thüringischen, von wo aus es sie mit 17 und zusammen mit der Mutter in die Sängerstadt zog. Hier erlernte sie im Finsterwalder Feintuchwerk den Beruf einer Facharbeiterin für Textilwirtschaft - und war eine von jenen, die nach der Wende im Betrieb das Licht ausmachten. Später verdiente sie bei einem Versandhaus ihr Geld, wo sie es bis zur Teamleiterin in der Marketingabteilung brachte. Bis es sie vor Jahren zurück in die Lausitz und zur kränkelnden Mutter zog. In Göllnitz lernte sie ihren Ehemann kennen - und in Trebbus, wie man das liebste Hobby zum Beruf macht.

“Ich bin vernarrt in Hunde„, sagt die 42-Jährige, die auf einem kleinen Bauernhof dabei ist, eine neue berufliche Existenz aufzubauen.

“Angefangen hat alles mit Cara„, erzählt Kati Schubert-Richter. Der siebenjährige Labradormix gehört seit langem mit zur Familie, die inzwischen noch durch Jojo und Afra, zwei kleine russische Zarenhunde, komplettiert werden. “So weiß ich, wie es ist, wenn man seinen Liebling wegen Urlaub oder Krankheit mal weggeben muss. Bloß nicht ins Tierheim!„, stand für die Neu-Trebbuserin immer fest. So verwandelte sie das bäuerliche Anwesen in ein “Pfötchenhotel„, wie sie es nennt - wo die tierischen Gäste Haus und Hof gleichermaßen und jederzeit nutzen können. “Es gibt bei uns keine Zwinger, wo die Hunde eingesperrt werden, die Tiere können sich frei bewegen„, legt Kati Schubert-Richter wert. Und ebenso darauf: “Mehr als acht Hunde gleichzeitig nehmen wir nicht an - ich will mich individuell mit jedem Tier beschäftigen können.„ So dürfen die Pensionsgäste sogar ins Wohnzimmer und ihr Nachtlager wählen - zwischen der Hütte auf dem Hof und auf der Matte im Hausflur. Als der LR-Reporter dieser Tage zu Besuch kam, schliefen zwei Hunde sogar im Bett mit beim Sohn.

“Freilich kann es bei Hunden, die frei leben, auch mal zu Raufereien kommen. Dafür sind es Hunde„, weiß die Hoteliersfrau aus Erfahrung. Doch sie hat ein wirkungsvolles Mittel für solche Fälle: “Beißer werden mit der kalten Wasserdusche abgeschreckt, das hilft meistens.„ Freilich nicht bei Minustemperaturen.

“Da genügt es oft schon, wenn ich die Spritzpistole aufziehe - das Geräusch wirkt Wunder„. Doch die Wassertherapie muss sie selten anwenden. “Hunde, die in ihrem Pfötchenhotel weilten, kommen gerne wieder„, spürt Kati Schubert-Richter. Sie will jetzt, um noch besser mit Problemtieren fertig zu werden, ein Studium in Hunde-Psychologie absolvieren.

Inzwischen hat sie auch einen tüchtigen Helfer an ihrer Seite. Ehemann Mike, bei voestalpine in Massen im Drei-Schicht-Betrieb tätig, hat sich mit der neuen Arbeit seiner Frau angefreundet und hilft wo er kann. Sie verrät: “Er hatte früher große Angst vor Hunden.„