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Das Teichfahren rockt wie immer

Baden sind sie am Samstag alle gegangen, aber beim Vereinsfahren am weitesten kam Peter Mühle (rechts) vom SV Einheit Kamenz.
Baden sind sie am Samstag alle gegangen, aber beim Vereinsfahren am weitesten kam Peter Mühle (rechts) vom SV Einheit Kamenz. FOTO: ikk1
Ossak. Das legendäre Ossaker Teichfahren hat am Wochenende seinen 70. Geburtstag gefeiert. Weit gefehlt, wer denkt, in diesem gesetzten Alter geht es etwas ruhiger zu. Ivonne Kommolk / ikk1

Ossak feierte mit internationalen Gästen eine große Rock'n'Roll-Party und gestaltete das Wochenende erneut zu einem unterhaltsamen Familien-Event. Der Samstag startete mit dem Qualifying als große Chance für alle Fahrer, die keine Ossaker Wurzeln haben, aber trotzdem am Sonntag mit- und für ihren Verein 250 Euro Preisgeld einfahren wollten.

Angetreten waren zehn Vereine. Wer es bei zwei Durchläufen am weitesten oder am besten trocken über die 15 Zentimeter breite Bretterbahn schaffte, hatte sich qualifiziert. Baden sind sie alle gegangen, aber am weitesten kam Peter Mühle vom SV Einheit Kamenz, gefolgt von Lasse Bohlen vom RCC Sonnewalde und Patrick Graner aus Finsterwalde, der für den FC Sängerstadt fuhr. Peter Mühle gewann für seinen Fußballverein, bei dem er Cheftrainer ist, 250 Euro. Er sagte: "Wir werden von dem Geld neue Bälle und Kegel kaufen. Es ist immer eine gute Anlage, in Kinder zu investieren. Kinder sind unsere Zukunft, davon leben wir. Es ist so wichtig, sie zu fördern und zu zeigen, wie viel Spaß Sport macht, sich zu bewegen und in einem Team zu spielen."

Der mit 14 Jahren jüngste und zugleich zweitplatzierte Fahrer Lasse Bohlen war in diesem Jahr schon zum zweiten Mal dabei und ist mächtig stolz darauf, dass er sich qualifizieren konnte, auch wenn es am Sonntag mit dem Pokal nicht geklappt hat. Jetzt muss er ein Jahr aussetzen, so sagt es das Ossaker Teicherfahrergesetz.

Nach dem Qualifying gab es eine fantastische Showeinlage von Lutz Eichholz aus Kaiserslautern. Man kennt ihn aus dem Fernsehen von Shows wie "Wetten, daß..?" oder "TV Total". Er sprang mit seinem Einrad von einem 1,70 Meter hohen Podest, fuhr über eine Reihe aufgebauter Bierflaschen oder zeigte Einrad-Hochsprung und brachte so mit seinen Stunts das Publikum zum Jubeln. Dieses endete nicht, legten sich danach doch die Hornets mächtig ins Zeug. Mit heißen Rhythmen von Rock'n'Roll, Twist bis zu Einlagen von AC/DC und Rammstein brachten sie Stimmung auf den Ossaker Dorfplatz.

Acht Wormlager Mädels nutzten die Party für den Junggesellinen-Abschied von Christin Gropp, die dann bald Thoran heißen wird. "Eigentlich waren wir ja zu elft, aber drei mussten sich schon verabschieden. Vorher waren wir an der F60 und haben ein Musikvideo für unsere Freundin gedreht und dann haben wir gesagt: In Ossak, da steigt heute 'ne echt geile Party, da müssen wir hin. Gabi, unsere Taxifahrerin, hat uns her gebracht, das war echt schon lustig heute und nun feiern wir hier weiter", so die jungen Frauen einstimmig.

Den Hornets folgten Big Fat Shakin, die mit den Gästen bis in den frühen morgen feierten. Schlagzeuger Holzi hatte sich zuvor mutig mit einem geborgten Fahrrad über den Teich gewagt, zumindest ein Stück. Ein Anziehungspunkt und besonders sehenswert war auch die neu eröffnete Fotoausstellung zu 70 Jahren Teichfahren Ossak.

Der Sonntag verlief traditionell spaßig und mit viel Unterhaltung für Jung und Alt. Durch das Programm führte unvergleichlich mit Witz und Esprit Marco Stahn, der es einmal mehr verstand, die Besucher zu animieren. Sieger wurde ein alter Bekannter. Er schrieb zugleich Ossaker Teichfahrgeschichte. Zum dritten Mal in Serie sicherte sich Marcus Müller die Krone. Das war vor ihm in 70 Jahren noch keinem gelungen. Damit darf der Ossaker den Wanderpokal behalten. Silber sicherte sich Marcel Mattuschka vor Jonas Zickert.