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| 16:53 Uhr

Damit Grünes grün bleibt
Das Stadtgrün lechzt nach Wasser – und bekommt es

Manuela Philipp vom Wirtschaftshof der Stadt Finsterwalde versorgte am Dienstagmorgen auch Sträucher im Park am Wasserturm mit Wasser.
Manuela Philipp vom Wirtschaftshof der Stadt Finsterwalde versorgte am Dienstagmorgen auch Sträucher im Park am Wasserturm mit Wasser. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde/Bad Liebenwerda/Elsterwerda. Wirtschafts- und Bauhöfe kümmern sich verstärkt um Pflanzen und Bäume in den Städten. Allein Finsterwalde verteilt mehr als 9000 Liter Wasser täglich. Von Heike Lehmann und Manfred Feller

Regen ist bis auf weiteres nicht in Sicht. Dafür strahlt die Sonne aus vollen Kräften. Nicht nur Mensch und Tier macht das anhaltende trockene und sehr heiße Wetter zu schaffen. Auch Sträucher, Blumen, Rasen und Bäume lechzen jetzt nach Wasser. Der Wirtschaftshof Finsterwalde hat alle Hände voll zu tun, damit das Grün in der Stadt auch grün bleibt.

„Der Aufwand ist schon bedeutend größer als sonst“, bestätigt Jeanine Metasch, die Leiterin vom Wirtschaftshof. Man könne nicht überall zur gleichen Zeit sein. Ein Schwerpunkt liegt auf jeden Fall jetzt bei den bepflanzen Schalen und Pyramiden im Stadtzentrum sowie den Rabatten und Anlagen mit Wechselbepflanzung. „Die bepflanzten Pyramiden auf dem Markt und vor dem Schloss werden momentan jeden zweiten Tag bewässert“, sagt Jeanine Metasch.

Auch der Rasen im Schlosspark bekommt in diesem Sommer wöchentlich Wasser, damit er nicht total verbrennt. Für Manuela Philipp vom Wirtschaftshof beginnt der Arbeitstag deshalb schon morgens um 4 Uhr. Sie sagt: „Da werden die Regner im Schlosspark aufgestellt.“ Danach fährt sie die wichtigsten Stellen in der Stadt mit dem Wassertank-Fahrzeug ab und gießt per Hand, wo es am notwendigsten ist. 1800 Liter fasst der Tank. „In einer Stunde etwa ist der leer. Dann muss ich neu auffüllen“, so Manuela Philipp. Etwa fünfmal täglich tankt sie nach. Das macht insgesamt mindestens 9000 Liter Wasser und mehr, die das öffentliche Stadtgrün in diesen Tagen am Leben halten. „Aber bevor sich jemand aufregt. Das ist alles Brunnenwasser“, betont die junge Frau, die bis zum Mittag Frische versprüht. Auch an die Bäume denkt sie natürlich. Und Jeanine Metasch ergänzt: „Zur Zeit kümmern wir uns auch um Altbäume, die es nötig haben, und Bäume, von denen die Wurzeln teilweise freigelegt sind, weil sie an Baustellen stehen.“ Zudem kümmert sich der Wirtschaftshof auch um die beiden Ortsteile Pechhütte und Sorno. „In Sorno gibt es ja einige Neuanpflanzungen und den Friedhof, wo Wasser nötig ist“, sagt Jeanine Metsch.

Die Mitarbeiter des Bauhofes der Kurstadt haben den ganzen Tag zu tun, um vor allem die Blumenrabatten und Blumenkübel im Zentrum und, wo erforderlich, Pflanzen im Kurpark zu bewässern. Im Park erleichtere eine Bewässerungsanlage die Arbeit, informiert Gerd Engelmann, Leiter Kommunalservice. „Die Innenstadtbäume versorgen sich noch selbst“, hat er bei Rundgängen festgestellt. Bis auf die Linden, die sichtbar Stress haben, gehe es den Gehölzen noch gut. Wenn die Hitze anhalte, werden auch die ersten, die jüngeren Bäume demnächst Wasser erhalten müssen, ebenso im Kurpark. In der Stadt und in den vielen Ortsteilen greifen oft  auch Anwohner zu Gartenschlauch und Gießkanne, um das öffentliche Grün zu erhalten.

Der Bauhof ziehe sein Wasser aus einem Grundwasserbrunnen. Die Entnahme aus allen öffentlichen Gewässern, ob fließend oder stehend, sei derzeit nicht gestattet, weist Gerd Engelmann auf das Verbot hin.

Im Augenblick sei es ein enormer Kraftakt, während dieser lang anhaltenden Hitzezeit das Grün in der Stadt Elsterwerda zu erhalten. „Unser Bauhof mit seinem Leiter Andreas Glas leistet Enormes, um alle Blumenampeln, Pflanzschalen, Rabatten und mehr als 200 Bäume zu bewässern“, teilt Bürgermeisterin Anja Heinrich mit.

Ein Mitarbeiter kümmere sich in diesen Tagen nur um die Pflanzen im Stadtzentrum. Es werde Rücksicht auf die öffentliche Versorgung genommen, nicht mit dem Nass aus den öffentlichen Netzen zu wässern, sondern Wasserwagen gefüllt mit Brunnenwasser zu nutzen.

„Ich ziehe den Hut vor allen Arbeitern, die bei diesen Temperaturen im Bauhof, auf den Straßen, auf Dächern, Feldern und im Freien arbeiten müssen“, so Anja Heinrich.