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| 02:44 Uhr

"Das Publikum soll Spaß an unserem Spaß haben"

An ihm muss man erstmal vorbeikommen: Seit 30 Jahren ist Volker Müller mit seiner markanten lauten Stimme Kommandeur der Saalpolizei.
An ihm muss man erstmal vorbeikommen: Seit 30 Jahren ist Volker Müller mit seiner markanten lauten Stimme Kommandeur der Saalpolizei. FOTO: sss1
Massen. Seit fast 30 Jahren kommandiert Volker Müller die Mass'ner Saalpolizei. Der 55-Jährige ist aus der Riege nicht mehr wegzudenken. Sarah Große / sss1

Der Spaß an der Sache ist für den Mann, der auch im Elferrat sitzt und im Männerballett tanzt, das Wichtigste. Wie er damals zum Mass'ner Karneval kam, daran erinnert sich Volker Müller noch ganz genau. Damals wollte die Mass'ner Saalpolizei ihre Konfettikanone von einem Pony in den Saal ziehen lassen. Und Volker Müller, der Reiter im Massener Reitverein war, sollte das Pferd übers Parkett führen. Er bekam eine Uniform - und fand Gefallen an dem närrischen Treiben. Das war Ende der 80er-Jahre.

Als Nehesdorfer kannte er Massen da schon gut. "1973 kam ich mit meinem Vater zum Reitsport nach Massen und war fast täglich hier beim Pferd", erzählt er. Viele seiner Freunde kamen aus Massen. So waren auch die Mitglieder des Mass'ner Karnevals für ihn keine neuen Gesichter. Schnell fühlte er sich wohl unter all den Narren und blieb beim Karneval - und bei der Saalpolizei.

Bald 30 Jahre ist er nun also schon im Dienst der Mass'ner Ordnungshüter und damit aktuell der dienstälteste Saalpolizist. Und vor allem der mit der lautesten Stimme. Selbst an ausverkauften Abenden kommt Volker Müller ohne Mikrofon aus und brüllt die Befehle für seine Garde aus voller Lunge durch den Saal. Sein Markenzeichen mit dem er regelmäßig die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Beim bloßen Befehle schreien, marschieren und Kanone abfeuern ist es aber mit der Zeit nicht geblieben. "Anfang der 2000er haben wir damit begonnen, auch die Nummer der Saalpolizei ein wenig nach dem Motto der jeweiligen Saison auszurichten", erklärt der Nehesdorfer. So waren er und seine Kollegen schon Schlangenbeschwörer, schiffbrüchige Piraten oder Drogentest-Beauftragte.

Besonders gern erinnert sich der 55-Jährige aber an die Nummer aus der Après-Ski-Saison. "Da sind wir zu dritt auf einem einzigen Paar drei Meter langer Ski durch den Saal gelaufen. Und das musste natürlich im absoluten Gleichschritt passieren, weil wir uns sonst hingelegt hätten. Dafür haben wir lange geübt, und ich glaube, das war das einzige Mal, dass wir als Saalpolizei eine Zugabe bekommen haben", erzählt er lachend.

Und auch für ihn persönlich ist es in all den Jahren nicht nur bei der Saalpolizei geblieben. Anfang der 90er-Jahre war er sogar Prinz. Einer wie aus 1000 und einer Nacht. Und übrigens der Einzige, der jemals als Prinz die Saalpolizei kommandierte.

Zu seinem Sitz im Elferrat kam er eher über Umwege. "Ich war immer Ersatztänzer im Männerballett. Und weil meistens irgendeiner fehlte, tanzte ich eigentlich fast zu jeder Veranstaltung. Und so ähnlich war es auch mit dem Elferrat", sagt Volker Müller. Heute ist er aus der Riege der Kappenträger nicht mehr wegzudenken. "Elferrat sein, so sagt er, "ist mehr als nur Kappe tragen und von der Bühne winken, sondern eben auch feste Aufgaben übernehmen und Verantwortung mittragen." In seiner Verantwortlichkeit liegt so zum Beispiel seit einigen Jahren auch die Saaldekoration.

Jetzt - in den letzten Tagen vor den Veranstaltungen - ist Volker Müller nur selten zuhause. Tagsüber arbeitet er bei der Galfa, nach Feierabend probt er mit dem Männerballett die Tanzschritte, geht wieder und wieder den Ablauf der Saalpolizei-Nummer durch oder hängt Girlanden und Luftballons auf. Und auch wenn es um die Vereinsversammlungen oder Arbeitseinsätze in den Umkleidekabinen geht - Volker Müller ist einer, auf den man sich verlassen kann. Das sei schon manchmal stressig, gibt er zu: "Aber letztendlich wollen wir einfach nur Spaß haben. Und wir freuen uns, wenn die Leute Spaß an unserem Spaß haben. Dafür machen wir das."

www.massner-karneval.de

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