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| 18:52 Uhr

Eine heiße Hitliste
Das ist das Hitze-Abc für Elbe-Elster

Eine der wichtigsten Regeln in diesen Hitzetagen ist: Immer ausreichend trinken!
Eine der wichtigsten Regeln in diesen Hitzetagen ist: Immer ausreichend trinken! FOTO: fotolia / Aliaksei Lasevich/Fotolia
Es ist viel zu heiß. Und es bleibt noch lange soooo warm. Anlass, ein Hitze-Abc für Elbe-Elster aufzustellen. Von Manfred Feller, Gabriela Böttcher, Heike Lehmann und Birgit Rudow

A wie Asphalt. Es gibt bei dieser Affenhitze viele harte Jobs. Einen der heißesten dürften derzeit jene Straßenbauer haben, die asphaltieren dürfen. Knallige Sonne von oben ohne Schatten und 180 Grad heißer Asphalt von unten. Das ist gegenwärtig der Arbeitsplatz auf der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda.

B wie Backstube. „Gebacken wird in der Nacht, da können wir noch lüften. Hut ab vor den Verkäuferinnen, die tagsüber ja auch backen“, sagt Bäckermeister Uwe Gäbler aus Doberlug-Kirchhain. Torten werden „heruntergefahren“, dafür gibt’s mehr Obsttorten und Grillbrot.

C wie Chlor. „Der Chlorgehalt im Freibad bleibt gleich, der wird automatisch gesteuert“, sagt der Finsterwalder Bäderchef Torsten Marasus. Jedoch werde mehr Chlor verbraucht, weil es schneller „verfliege“.

D wie Döner. Das Handtuch im „Pamukkale“-Dönerladen in Elsterwerda ist immer griffbereit. Wenn sich die zwei Fleischspieße zur Mittags-Hoch-Zeit drehen, dann sind es davor mindestens 50 Grad, versichert Dönermacher Arslan.

E wie Eis. Mehr Gäste als sonst zu dieser Jahreszeit verkündet Yvonne Roigk, Inhaberin der Eisdiele „Pinguin“ in Wiede- rau. „Das Softeis XL ist der Renner. Davon verkaufen wir bestimmt doppelt soviel“, sagt sie.

F wie Fitness. „Erstaunlicherweise kommen viele Leute, auch ältere, wofür ich gar nicht so viel Verständnis habe, in diesen Hitzetagen ins Finsterwalder Fitness-Studio Fit In, um an den Geräten Sport zu treiben oder auch die Sauna zu benutzen“, sagt der Inhaber Ralf Wilhelm.

G wie Gurkensalat. Erfrischend und leicht: Gurken vom Kerninneren befreien, hobeln, einsalzen, mindestens 15 Minuten stehen lassen. Gurkenwasser abgießen. Buttermilch und eine kräftige Menge Leinöl dazugeben. Nach Belieben pfeffern, nachsalzen, Schnittlauch dazu und fertig.

H wie Heißmangel. Dürfte ein ziemlich trostloses Unternehmen sein, bei weit über 30 Grad. „Im Gegenteil“, heißt es bei einer Anbieterin in Bad Liebenwerda. „Gerade jetzt kommen die Leute, weil sie nicht selbst zu Hause beim Bügeln schwitzen wollen.“

I wie Insekten. „Sie haben Riesenprobleme, Blüten zu finden und sich zu ernähren. Es droht der Hungertod. Man sollte die Wiese ruhig länger stehen lassen, auch wenn es nicht ganz so ordentlich aussieht. Und für ein Wasserangebot im Garten sind Biene und Wespe auch sehr dankbar“, sagt der Finsterwalder Biologe Ingmar Landeck.

J wie Jalousie. Gute Jalousien können bei der Hitze sehr hilfreich sein. Das Krankenhaus Herzberg wird derzeit im Rahmen der Fassadensanierung mit neuen Jalousien ausgerüstet. Etwa 70 Prozent sind bereits geschafft. Personal als auch Patienten wird es freuen.

K wie Kleidung. Einen Ansturm auf leichte Sommerkleidung habe sie nicht gespürt, so Heike Schultz, Filialleiterin im AWG Modecenter Finsterwalde. „Aber Badesachen wurden viel gekauft.“

L wie Lust und Liebe. Sexperten empfehlen: Zimmer gut lüften oder raus auf die Wiese gehen, vorher und nachher viel trinken und kühl duschen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Schwäche sollten den kühlen Herbst abwarten.

M wie Museum. Wer denkt, für einen Museumsbesuch ist es jetzt zu heiß, der irrt. Der Museumsverbund Elbe-Elster registriert in allen vier Häusern Besucher. „Vor allem in Doberlug und Mühlberg halten dicke Wände die Räume doch frischer als in anderen Gebäuden“, sagt Kulturamtsleiter Andreas Pöschl.

N wie Notaufnahme. Das Klinikum Elbe-Elster meldet vermehrt Patienten infolge der Hitze. Dies sind vor allem ältere Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen, die zu wenig trinken, Menschen mittleren Alters, die die Hitze unterschätzen, und junge Menschen, die die Wirkung von Alkohol missachten.

O wie Optiker. Sonnenbrillen werden sehr gut nachgefragt, so Optikermeisterin Doreen Arnold aus Herzberg. „Die Leute wollen ihren Augen etwas Gutes tun und legen Wert auf UV-Schutz. Im Kommen sind wieder Gläser mit Verspiegelungen in verschiedenen Farben, die die Hitzestrahlung reflektieren“, sagt sie.

P wie Pharmazie. Reichlich trinken, übermäßige Bewegung vermeiden, besonders Kinder und Ältere sollte ihren Tagesablauf der Hitze anpassen, empfielt PTA Claudia Reuß von der Gingko-Apotheke Elsterwerda. Wegen des Wasserverlustes sei zusätzliches Magnesium empfehlenswert.

Q wie Qualität. Die Wasserqualität der Badeseen in Elbe-Elster ist laut der jüngsten Proben vom Mittwoch „optisch und mikrobiologisch nicht zu beanstanden“. Es gibt keine Blaualgen, so Anke Becker vom Gesundheitsamt. Die Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 26 Grad.

R wie Regen. Im Juni registrierte die Wetterstation Kirchhain laut „Wetter online“ an fünf Tagen Niederschläge zwischen einem und sieben Millimeter. Im Juli waren es einmal zehn und einmal 27 Millimeter. Insgesamt ist das etwa die Hälfte der Monatsnorm.

S wie Straßencafé. Wie gut, dass die Herzberger jetzt mit Bubners Marktcafé ein großes Straßencafé haben. „Unsere Kunden sitzen gern unter den großen Sonnenschirmen. Vor allem Eisgetränke, Eis und alle hausgemachten kalten Kaffee- und Teespezialitäten sind eine begehrte Abkühlung“, so Thomas Bubner.

T wie Tiefsttemperatur. Einer der kühlsten Orte im Kreis ist derzeit die etwa 15 mal 30 Meter große Tiefkühlzelle bei Bofrost* in Elsterwerda. „Darin herrschen Minus 24 Grad“, weiß Bezirksverkaufsleiter Dirk Simon. 22 Verkäufer sind mit ihren Tiefkühl-Spezialtransportern unterwegs.

U wie Urlaub. Urlaubsklima vor der Haustür, warum noch in den Süden fliegen? „Weil die meisten ihren Urlaub langfristig gebucht haben“, sagt Gudrun Meyer, Büroleiterin bei MD Reisen Lufthansa City Center in Finsterwalde. Und wenn jemand der Hitze entfliehen möchte, „dann würde ich Norwegen empfehlen“, sagt die Fachfrau.

V wie Ventilatoren. Die Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen ist derzeit groß in den Profi Raiffeisen Bau- und Gartenmärkten in Elbe-Elster. Engpässe in diesem Sortiment gibt es aber nicht, versichert Ines Möbius von der BayWa BHG.

W wie Wasser. Getränkehersteller wie die Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH frohlocken. Dieses sei „ein absolutes Ausnahmejahr“, teilt Annett Stang vom Marketing mit. Der Juni wurde gar zum Rekordmonat seit Bestehen des Betriebes.

X wie x-mal Feuerwehr. 13 Flächen-, 17 Klein-, vier Waldbrände und 21 Einsätze im Rahmen Waldbrandschwerpunkte, die nicht kritisch waren – das ist die EE-Bilanz bisher im Juli. Derzeit stagniert das Einsatzaufkommen, so Kreisbrandmeister Steffen Ludewig. Hoffentlich bleibt das so.

Y wie Yoga. Der Sonnengruß ist eine der effektivsten Yoga-Übungen, um den Kreislauf anzuregen. Mann sollte es in diesen Tagen aber auch damit nicht übertreiben.

Z wie Zeltplatz. 150 Stellflächen hat der Zeltplatz am Kiebitz. Fast alle sind ausgebucht. „Wir haben Reservierungen ohne Ende“, so Leiterin Monika Mietsch. Die Camper verhalten sich super. Nur kürzlich hatten Jugendliche Schlafsäcke und Gaskocher im Wald. Das geht natürlich gar nicht.