Sie hat eigentlich alles, was sie braucht und sich ersehnt. Mir fällt es ähnlich schwer, Wunschzettel zu schreiben. Was brauche ich, was “fehlt„ mir noch? Viele Kleinigkeiten kann man sich selbst erfüllen, die großen Wünsche sprengen oft den Rahmen.

Aber mal abgesehen von den Festtagswünschen, wie sähe denn ihr Wunschzettel für das Leben aus? Was ersehnen Sie sich zum Glück, wovon träumen Sie für sich privat, für Ihre Familien? Welche Wünsche, welche Visionen haben Sie für unser Land? Für diesen Wunschzettel fallen mir schon mehrere Punkte ein. Und doch, was bringt es, sich so etwas zu wünschen?

Der kommende Sonntag ist der Betsonntag. Rogate - Betet! Vielleicht probieren Sie es mal, eine Liste der großen Wünsche zu beginnen. Beten heißt, das große Wünschen zu lernen. Dieser Satz von der Theologin Dorothee Sölle hat sich mir eingeprägt. Er erinnert mich daran, mir meine großen Wünsche nicht kleinreden zu lassen, sie nicht durch Realpolitik erden zu lassen. Sondern sie zu bewahren und mich von der Sehnsucht nach Erfüllung treiben, anstiften zu lassen. Diese großen Wünsche lenken meinen Blick weg, von manchen Kleinigkeiten des Alltags. Sie können mich mit Menschen verbinden und beflügeln. Sieben große Wünsche verbinden und tragen viele Menschen weltweit: Es sind die sieben Bitten Jesu, die sieben großen Wünsche des Vater unser.

Wenn ich mir meine Liste der großen Wünsche anschaue, merke ich, dass ich beginnen müsste, mit den Lebenswünschen, die schon erfüllt, die mir geschenkt wurden. Sie lehren mich, dankbar zu sein. Gott zu danken, so wie es im Psalmvers für diese Woche heißt: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Michael Reinke

ist Gemeindepädagoge im Jugendpfarramt der Region Finsterwalde