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Das Bedürfnis, etwas tun zu müssen: Benefiz für Basti

Bastis Freunde haben am Samstag eine Benefizveranstaltung im Bau 22 organisiert.
Bastis Freunde haben am Samstag eine Benefizveranstaltung im Bau 22 organisiert. FOTO: Heike Lehmann
Massen. Sie vermissen ihn sehr. Sebastian H. wurde nur 38 Jahre alt. Im August hatte er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt. Unfassbar für alle, die ihm nah waren. Die Bahnstrecke Cottbus-Leipzig musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Etwa 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. leh

"Schon am Trauertag haben wir das Bedürfnis gehabt, dass wir aus Liebe und Freundschaft etwas tun müssen", sagt Anja, wohl mit die langjährigste Freundin. Suse (29) Rechtsanwaltsfachangestellte, erinnert sich: "Er war ein herzensguter Mensch, immer für einen da." In einer WhatsApp-Gruppe wurden Ideen ausgebrütet. "Es kamen um die 70 Nachrichten am Tag", erinnert sich Anja. Am Samstag fand das "Benefiz für Basti", eine private Veranstaltung, im Bau 122 in Massen statt. Mario (38), Rettungssanitäter, sagt: "Wir wollten nur als Besucher kommen und haben dann mitgeholfen. Es ist toll, was hier aufgezogen wird."

Sebastian H. hat in Finsterwalde als Erzieher gearbeitet. Für den Maurer, der sich wegen eines Sportunfalls beruflich neu orientieren musste, die beste Entscheidung seines Lebens, wie er vor sechs Jahren in einem Interview mit der Lausitzer Rundschau erklärt hatte.

Kevin, einer der engsten Freunde: "Basti war ein Gesicht der Stadt, der gern mit Kindern gearbeitet hat. Deshalb hat sich die Idee für eine kinderfreundliche Veranstaltung mit verschiedenen Attraktionen und DJ Zabel, einer Hüpfburg und Clown-Show entwickelt. Es sollte in Zeiten der Trauer ein gutes Zeichen sein." Dem Familiennachmittag schloss sich ein Konzert- und Diskoabend an. Der Bau 122 stellte sein Gelände kostenfrei zur Verfügung. Es spielten die Hardcore-Band No Order, Die Kois (Oi & Streetpunk) und Pseiko & Pacino & Odai (Rap/Experimental). Danach legten die Djs auf. Alle Künstler haben auf Gage verzichtet. Verwaltungskosten hat der Massener Bürgermeister Lutz Modrow übernommen.

Die Spenden sind in erster Linie für die Familie gedacht. Unterstützen möchten die Freunde auch die Organisation Bullterrier in Not. Viele von ihnen haben selbst Miniatur-Bullterrier aus Bastis Zucht. Geprüft wird noch, ob eine Lokführer-Organisation stellvertretend für das Zugpersonal am Unglückstag unterstützt werden kann.