| 18:25 Uhr

Damit die Geschichte auch glänzt

Diplom-Restauratorin Evelin Waldmann arbeitet am Schönborner Sakramentshaus. Es soll Teil der Ausstellung im Schloss Doberlug werden.
Diplom-Restauratorin Evelin Waldmann arbeitet am Schönborner Sakramentshaus. Es soll Teil der Ausstellung im Schloss Doberlug werden. FOTO: Lehmann
Doberlug-Kirchhain/Schönborn. Die Dauerausstellung "Doberlug und das sächsische Brandenburg" im Schloss Doberlug ist auf der Zielgeraden. Viele Exponate werden jetzt gesichert, gereinigt und konserviert. Heike Lehmann

Es bleiben nur noch wenige Wochen Zeit, bis im Museum Schloss Doberlug eine ständige Ausstellung eröffnet werden soll. Ab dem 7. Juli soll in vier Räumen Stadt- und Regionalgeschichte erzählt werden - als Fortsetzung der ersten Brandenburgischen Landesausstellung, die dort 2014 stolze 100 000 Besucher fand.

Es ist ein hartes Stück Arbeit, in einem vornehmen, aber leeren Renaissanceschloss ein Museum einzurichten. Genug zu erzählen gibt es über die schillernde preußisch-sächsische Doberluger Geschichte. Und zur Illustration sind nach gründlicher Recherche doch überraschend viele Objekte mit direktem oder indirektem Bezug zur Kloster-, Schloss-, Stadt- und Regionalgeschichte in Bibliotheken und Archiven, Kirchen, bei Privatpersonen und in anderen Museen gefunden worden.

Ins neue Museum einziehen werden unter anderem die Einbaumtruhe aus der Lugauer Kirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammt, ein Porträt des Dichters Heinrich Clauren von 1825 aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, die Dachbekrönung des Schlosses Dahme von 1729, "Das letzte Abendmahl", ein Gemälde vermutlich aus einem von Christian I. gestifteten Altar aus der Klosterkirche Doberlug, und die Postmeilensäule Doberlug aus dem 18. Jahrhundert.

Doch Vieles muss noch durch Restauratorenhände gehen, "damit die Geschichte zur Eröffnung auch glänzt", wie Babette Weber, wissenschaftliche Mitarbeitern im Museum Schloss Doberlug erklärt. Am Montag hat sie in der Schönborner Kirche Diplom-Restauratorin Evelin Waldmann aus Nexdorf über die Schulter geschaut. Mit Pinsel, Wattebausch und Spachtel sichert die Fachfrau mit dem Blick durch die Lupe auf dem hölzernen Sakramentshaus die Farbschichten unter anderem mit Blattgold. Das Häuschen stammt aus der Zeit um 1500 und wird auch umziehen ins Doberluger Schloss. "Die meisten Kirchen haben kleine Sakramentsnischen, ein solches Haus ist eher eine Seltenheit", sagen die Frauen. Es ist Zeugnis spätmittelalterlicher liturgischer Ausstattungsstücke aus den Kirchen der Klosterdörfer.

Insgesamt sind für die ständige Ausstellung 22 Restaurierungsprojekte in Auftrag gegeben. Finanziert werden sie unter anderem vom Landkreis Elbe-Elster, Stiftungen, Sponsoren, Privatpersonen und der Stadt Doberlug-Kirchhain. Für viele Objekte ein wichtiger Schritt zu deren Erhalt.

Eröffnet wird der erste Teil der Dauerausstellung unter dem Titel "Doberlug und das sächsische Brandenburg" am 7. Juli 2017 im Museum Schloss Doberlug.