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| 13:43 Uhr

Mobiles Breitbandnetz auf dem Land
Crinitzer reif für  Datenautobahn

Wachsende  Bedürfnisse  der Informations- und Kommunikationsgesellschaft machen  auch im ländlichen Raum eine  zukunftssichere und flächendeckende  Breitbandinfrastruktur notwendig.
Wachsende  Bedürfnisse  der Informations- und Kommunikationsgesellschaft machen  auch im ländlichen Raum eine  zukunftssichere und flächendeckende  Breitbandinfrastruktur notwendig. FOTO: Stockwerk-Fotodesign - stock.ado / Stockwerk-Fotodesign
Crinitz. Hubertus von Manstein, der Münchener, der sich für eine schnelle Datenautobahn auch auf dem Brandenburger Lande einsetzt, hat jetzt in Crinitz vorgesprochen. Von Gabi Böttcher

Als Leiter des Modellprojektes „Moro digital“, für das vor etwa zwei Jahren die Region Luckau-Calau als eine von sechs Modellregionen ausgewählt worden war, kam von Manstein jetzt in den Ortsentwicklungsausschuss nach Crinitz.  Auf Empfehlung des Luckauer Bürgermeisters Gerald Lehmann, wie er sagte. Sein Ärger: An große Konzerne vergebene Frequenzen, die jedoch nur zu fünf Prozent genutzt würden. Diese Mobilfunkbetreiber hätten jedoch kein  Interesse am ländlichen Raum.  Mit „Moro digital“ solle Deutschlands erstes ländliches mobiles Breitbandnetz gebaut werden. Und dabei sei auf vorhandene Strukturen aufzubauen. Es gehe um Festnetz und Mobilfunk gleichermaßen. Denn auch wenn Glasfaser verlegt sei, sei das mobile Handy noch nicht unterstützt. Genutzt werden könnten vorhandene Masten, aber auch Feuerwehrtürme und ähnliches. „Wir können etwas Großartiges ausprobieren“, warb von Manstein. Auf die Frage von Jürgen Fuchs, im Beruf Geschäftsführer der Stadtwerke Finsterwalde, wie Glasfaser zugeführt werden solle, die Antwort: Die größten Reserven haben die Energieversorger.

Wachsende  Bedürfnisse  der Informations- und Kommunikationsgesellschaft machen  auch im ländlichen Raum eine  zukunftssichere und flächendeckende  Breitbandinfrastruktur notwendig. Hohe Ausbaukosten sowie zu niedrige  Renditeaussichten auf dem Lande stehen dem flächendeckenden Ausbau im Wege. Von  Marktversagen ist die Rede.  Die öffentliche Hand ist gefragt, Lösungen zu finden. Das „Modellvorhaben der Raumordnung“ (MORO) soll die praktische Umsetzung von übertragbaren Lösungen begleiten.

Im Faktencheck mit dem Stadtwerke-Chef erfüllten technische Parameter und Lösungsüberlegungen den kleinen Crinitzer Gemeinderaum. Bis von Manstein die Frage gestellt wurde: Was erwarten Sie von der Gemeindevertretung? Dass Crinitz Teil des Pilotprojektes wird? Ja, zunächst ginge es darum, den Bedarf erfragen zu dürfen. Dafür stellte der Projektleiter seinen Mitarbeiter  schon einmal vor. Bis zum Sommer solle das gewünschte Versorgungsnetz geplant werden. Zuvor müsse die Bedarfsabfrage erfolgt sein.  Bis zum nächsten Sommer könnte ein flächendeckendes Breitbandnetz zur Verfügung stehen – zu Hause und mobil. „Es wird Ihnen nicht an Informationen fehlen“, versprach Hubertus von Manstein. Gemeindevertreter Uwe Mader: „Es kann losgehen mit dem Erfragen des Bedarfs.“ Und zur allgemeinen Erheiterung fügte er an die Adresse von Bürgermeister Horst Hofmann gewandt an: „Da kriegste auch noch Deinen Internetanschluss, Horst.“

Aus den Bürgerreihen kam die Forderung, alles transparent zu kommunizieren und in der nächsten Gemeindevertretersitzung einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Damit es keinen Eiertanz gebe und Crinitz kein weißer Fleck beim Breitbandausbau bleibe.

Gemeindevertreter Lothar Thor zum  Breitband-Insider unter den Crinitzern, Jürgen Fuchs: „Würdest Du Dich in das Thema stärker einbringen? Wir brauchen ja einen Schuldigen, wenn es nicht klappt.“