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| 17:30 Uhr

Eines schweren Rucksacks entledigt
Crinitzer aus Schuldenfalle befreit

Gemeindevertreter Lothar Thor hat eine viel gelobte Aktie daran, dass die Crinitzer ihre Millionen-Schulden abbauen konnten.
Gemeindevertreter Lothar Thor hat eine viel gelobte Aktie daran, dass die Crinitzer ihre Millionen-Schulden abbauen konnten. FOTO: Gabi Böttcher
Crinitz. Großes Aufatmen in der Töpfergemeinde: Die Abwasserproblematik ist dank Schuldenmangementfonds des Landes und viel gelobter ehrenamtlicher Energie vom Tisch. Von Gabi Böttcher

Die Töpfergemeinde hat sich eines großen, schweren Rucksacks entledigt. Eine besondere Aktie daran hat ein im Jahr 2004 Zugezogener, der sich wegen seines Engagements für den Gemeindehaushalt nunmehr wohl endgültig als Crinitzer betrachten darf. Es geht um 3,618 Millionen Euro, mit denen der Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) Crinitz noch Jahr 1999 in der Kreide stand. Mit dem nunmehr geprüften und bestätigten Jahresabschluss 2013 ist klar: Die letzte Verbandsumlage an den Trink- und Abwasserzweckverband ist bezahlt. Crinitz ist seine Altlast los. Anlass für den stellvertretenden Crinitzer Bürgermeister Uwe Mader (Linke), in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter einen besonderen Dank an Gemeindevertreter Lothar Thor (parteilos) zu richten. Ohne die von ihm eingesetzte Freizeit, einige Tausend Fahrkilometer und nicht aufgerechnete private Unkosten wäre Crinitz immer noch verschuldet und könnte keine anderen Dinge in der Gemeinde voranbringen, so Mader.

„Diese Schulden hat der Steuerzahler aus ganz Brandenburg bezahlt“, resümiert Lothar Thor am Ende eines steinigen Weges und sagt: „Da dürfen wir nicht wieder hinkommen.“ Die eigene sanierte beziehungsweise neu aufgebaute Kläranlage funktioniere. Am Grenzgraben, wo das Wasser eingeleitet wird, kann man inzwischen ohne Geruchsbelästigung vorbeigehen, demonstriert er an Ort und Stelle. Thors Appell an alle Crinitzer: „Bitte kein Schwarzwasser einleiten. Das müssen am Ende alle bezahlen.“

Im Jahr 2008 in die Gemeindevertretung gewählt, war Lothar Thor die Aufgabe, sich um das Sorgenkind Trink- und Abwasser zu kümmern, von Bürgermeister Horst Hofmann quasi aufgedrückt worden. An Freiwilligen für diesen harten Brocken fehlte es. Viele Wochenenden habe er sich zunächst in die Materie einarbeiten müssen. Noch im selben Jahr erfolgte über den Schuldenmanagementfonds des Landes schließlich die erste Entschuldung in Höhe von 770 000 Euro. Die letzte folgte mit 150 000 Euro im Jahr 2018. Lothar Thor dankt seinerseits dem damaligen Gemeindevertreter Harald Stolley (CDU) für dessen Unterstützung beim Knüpfen von Kontakten in Richtung Potsdam.

Gemeindevertreter Thor, der jetzt Vorsitzender der Verbandsversammlung des TAZV Luckau ist, zu dem Crinitz seit dem 1. Januar 2014 gehört, nennt die Bedingungen, die für die Entschuldung der Töpfergemeinde gestellt worden waren: Anschluss an einen größeren Verband, kostendeckende Gebühren. Und er konstatiert: „Die Babbener und Heideblicker mussten unsere Schulden mitbezahlen.“ Nachdem eine Orientierung in Richtung der Verbände Calau und Westniederlausitz dort auf kein Interesse stieß, nahm man den Kontakt in Richtung Luckau auf. Erste Gespräche gab es 2012. Mit dem Erreichen der Crinitzer Schuldenfreiheit 2013 gehört die Gemeinde zum TAZV Luckau – als eigenständiges Beitragsgebiet.

Als entscheidenden Fakt auf dem Lösungsweg bewertet Thor die mithilfe einer Studie von Prof. Dr. Marion Martienssen von der Brandenburgischen Technischen Universität erkämpfte Entscheidung gegen einen Überleiter nach Sonnewalde. Stefan Ladewig, Verbandsvorsteher des TAZV Luckau, wertschätzt das hohe ehrenamtliche Engagement von Lothar Thor, sich für eine eigene Anlage in Crinitz und die Lösung der Gesamtproblematik eingesetzt zu haben. Als Vorsitzender der Verbandsversammlung des TAZV Luckau führe er dieses Engagement fort.