In Elbe-Elster sind den Informationen des Landes Brandenburg zur Corona-Pandemie zufolge am Samstag weitere 75 Infektionen mit dem Virus gemeldet worden. Die Inzidenzzahl für den Landkreis springt damit wieder über 500 und liegt nun bei 522,5.
Nachdem der Kreis am Freitag keine weiteren Todesopfer gemeldet hatte, sind bis zum Samstag sieben weitere Menschen an Covid-19 gestorben. Die Pandemie hat in Elbe-Elster nun 90 Personen ihr Leben gekostet.
Die Brandenburger Landesregierung hat am Freitag weitere Maßnahmen ergriffen, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen. Diese sollen am Samstag, dem 9. Januar, in Kraft treten. Dazu gehört, dass Schulen bis mindestens zum 25. Januar geschlossen bleiben. Allerdings soll geprüft werden, ob für Grundschulen in der letzten Januarwoche ein Präsenz-Unterricht im Wechselmodell möglich ist.
Kindergärten und Krippen sollen zwar im Allgemeinen geöffnet bleiben, das gilt der Erläuterung der Maßnahmen der Landesregierung zufolge jedoch nicht für Regionen mit einer Inzidenzzahl über 300. Dort heißt es: „Einrichtungen der Kindertagesbetreuung sollen jedoch geschlossen werden, wenn es das regionale Infektionsgeschehen erfordert. Nach der neuen Verordnung gilt dafür eine Inzidenz von 300 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner.“ Demnach müssten Kitas auch in Elbe-Elster schließen.

Elbe-Elster will Kitas offen halten

Roland Neumann, der Gesundheitsdezernent des Landkreises, sagt gegenüber der Rundschau jedoch, dass der Text der Eindämmungsverordnung des Landes eine automatische Schließung der Kitas nicht vorsieht. „Landkreise und kreisfreien Städte sollen über die Vorgaben dieser Verordnung hinausgehende Schutz- maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz treffen“, wenn Inzidenzzahlen über 300 liegen, heißt es darin mit Verweis etwa auf Kitas lediglich.
In Elbe-Elster sollen die Kitas vorerst offen bleiben, so Neumann. Der Kreis orientiere sich mit seinen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor allem daran, den „Schutz der vulnerablen Personengruppen“ zu erhöhen, weil das auch der wirksamste Weg sei, eine weitere Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.
Eine neue Eindämmungsverordnung des Landkreises soll am Montagvormittag veröffentlicht werden, nachdem die bisher geltende am Sonntagabend abläuft.

Einschränkungen im Elbe-Elster-Kreis

Die auf Landesebene beschlossenen Maßnahmen enthalten auch eine Einschränkung des Bewegungsradius für Freizeitaktivitäten auf einen 15-Kilometer Radius um den Landkreis herum. Für Elbe-Elster schließt dieser Radius viele Städte der angrenzenden Kreise ein. Die Beschränkung gilt außerdem nicht für Arbeitswege oder Arztbesuche.