Ein sonniger Abend, die Luft riecht nach frisch gemähten Rasen und überall hört man das Klappern der Stollenschuhe auf dem Beton – Hinweise dafür, dass im Fußball-Nachwuchszentrum an der Bayernstraße in Finsterwalde wieder Betrieb herrscht. Was vor wenigen Monaten noch nicht erwähnenswert gewesen wäre, ist für die A- und B-Junioren des JFV Sängerstadtregion nun etwas ganz besonderes. Nachdem sie Anfang März zum letzten Mal gemeinsam auf dem Fußballplatz standen, steigen sie endlich wieder in den Trainingsbetrieb ein.
Frank Werner, Trainer der B-Jugend und Abteilungsleiter des Vereins, wartet am Spielfeldrand auf die letzten Trainingsgäste, die am Sportgelände eintrudeln. „Den Zettel bitte hier lassen“, mahnt er jeden, der auf den Trainingsplatz geht. Der Zettel, das ist die Anmeldung für jeden Spieler, der am Training teilnimmt – so kann der Verein nachverfolgen, wer an welchem Tag mit auf dem Trainingsplatz war. Auf dem Platz müssen die Spieler Sicherheitsabstand einhalten, Zuschauer sind beim Training nicht erlaubt. Ansonsten ist alles wie immer.

Finsterwalder Fußballer drängelen auf Neustart

Ende Mai hatte der JFV Sängerstadtregion, eine Zusammenarbeit der Vereine FC Sängerstadt Finsterwalde, SG Friedersdorf, FSV Kirchhain und FSV Grün-Gelb Doberlug-Kirchhain von Stadt und Land grünes Licht für den Neustart bekommen. „Wir haben auch überlegt, ob es sinnvoll ist, wieder zu trainieren die Saison ist ja sowieso gecancelt. Aber die Jungs haben dann so gedrängelt“, erzählt der Übungsleiter. Und deshalb wird jetzt mit denen trainiert, die unbedingt wieder auf den Fußballplatz wollten. Wann genau es mit der neuen Saison weitergeht, weiß zurzeit noch niemand.
Und trotzdem versammeln sich auf dem Platz so einige Spieler mit dem notwendigen Sicherheitsabstand auf dem Feld. „50 bis 60 Prozent der Spieler sind heute da“, sagt Trainer Werner zufrieden „Wenn mehr Leute kämen, gäbe es auch Schwierigkeiten mit dem Platz.“

Jüngere Fußballer trainieren in Finsterwalde noch nicht

Abgänge wegen Corona habe es bei seiner Mannschaft nicht gegeben, sagt Werner. Komplizierter ist es da mit den jüngeren Kickern, die weiter in der Saisonpause stecken. „E- und F-Jugend trainieren noch nicht, da ist es noch schwierig mit der Abstandsregel“, sagt Frank Werner. Im jüngeren Alter seien die Fußballer zudem sehr elternbezogen, was es schwierig mache, ganz ohne Zuschauer zu trainieren.
Für den Neustart bei den B-Junioren setzt der Trainer zunächst einmal auf die grundlegenden Dinge. „Die Jungs müssen sich wieder an den Ball gewöhnen“, erklärt er. „Viele werden den Ball nicht jeden Tag am Fuß gehabt haben.“ Ganz langsam wolle man jetzt wieder anfangen.
Doch für die Dauer sei das Training in Kleingruppen nichts, meint Frank Werner. Er hofft, dass in Brandenburg bald auch wieder größere Teams zusammen trainieren dürfen. „In Bayern und NRW darf man schon wieder in voller Mannschaftsstärke trainieren“, erzählt er.