Als am Samstagnachmittag das diesjährige Musical des Seminarkurses „Co-Production“ kurz vor seiner Aufführung stand, war das für alle Beteiligten eine Ausnahmesituation. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit zeigten die dreizehn Schülerinnen und Schüler der Förderschule „Sieben Brunnen“ in dem Stück „Oh wie schön ist Panama“, was sie im vergangenen Schuljahr zusammen mit den Schülerinnen und Schülern des Sängerstadt-Gymnasiums erarbeitet hatten.

Eine Herausforderung für Niclas und Wibke

Besonders aufgeregt waren natürlich die beiden Hauptdarsteller Niclas Eisenbarth und Wibke Wollny, die als kleiner Tiger und kleiner Bär auf der Suche nach dem paradiesischen Land Panama in der Welt unterwegs waren.

„Als die Gymnasiasten uns ihr selbst geschriebenes Stück vorstellten und es um die Verteilung der beiden Hauptrollen ging, war ich von Wibke sehr positiv überrascht“, erklärt Annette Jäpel, stellvertretende Schulleiterin der Förderschule „Sieben Brunnen“, die das Projekt zusammen mit Sonderpädagogin Susanne Körner begleitet hat.

„Wibke war uns bisher eher als introvertierte Schülerin aufgefallen, die alles gern mitmacht, aber dass sie sich die Hauptrolle zugetraut hat, hat uns gefreut.“

Noch mehr überrascht hat Wibke die Gymnasiasten, als sie schon innerhalb einer Woche das gesamte Skript gelernt hatte. „Das war eine wirklich beeindruckende Leistung“, betont Luisa Maria Jahn, die sich den Text für die diesjährige Aufführung zusammen mit Marie Hauke, Leoni Krebs und Nils Ertle ausgedacht hat.

Mit Oma den Text geübt

Auch Niclas Eisenbarth büffelte für seine Rolle als kleiner Tiger ganz fleißig den Text. „Anfang Januar haben wir fast jeden Abend gemeinsam geübt“, erzählt Oma Martina Schmidt. „Dann wurde er langsam sicher und wir haben den Text nur noch zwei- oder dreimal die Woche gefestigt.“

Niclas nahm das erste Mal am Projekt zwischen den beiden Finsterwalder Schulen teil. „Im letzten Jahr hat er hier die Aufführung gesehen und kam direkt im Anschluss zu mir und wollte im kommenden Jahr auch dabei sein“, erinnert sich Annette Jäpel schmunzelnd.

Auch Susanne Körner war von der Leistung ihrer Förderschüler begeistert. „Noch vor einem Jahr wollte Niclas nicht mal ein Gedicht vor der Klasse aufsagen, weil er so aufgeregt war. Nun hat er diese ganze große Rolle gelernt und die Aufführung so hervorragend gemeistert.“

Niclas selbst erklärte, er sei gar nicht so aufgeregt gewesen, die gesamte Zusammenarbeit habe ihm viel Spaß gemacht. Besonders freute er sich, dass er die Tigerente, die er während des ganzen Stücks bei sich hatte, nun als Bonus übers Wochenende mit nach Hause nehmen durfte.

Gymnasiasten lernen von Förderschülern

„Gymnasiasten und Förderschüler können bei diesem Projekt viel voneinander lernen“, betont die verantwortliche Lehrerin des Gymnasiums, Doris Seiler. „Die Gymnasiasten waren vor allem von der Begeisterungsfähigkeit der Förderschüler und deren Engagement beeindruckt.“

„Unsere Schüler freuen sich über die Möglichkeit, ihre Talente bei dieser Kooperation entfalten zu können und dafür auch Anerkennung zu erfahren“, heben Annette Jäpel und Susanne Körner hervor.