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| 13:17 Uhr

Musikalische Denkanstöße
Clemens Bittlinger begeistert Publikum

Der Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger begeisterte am Samstagabend in der Finsterwalder Trinitatiskirche das Publikum.
Der Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger begeisterte am Samstagabend in der Finsterwalder Trinitatiskirche das Publikum. FOTO: Franziska Dorn
Finsterwalde. Witz, Provokation und Nachdenklichkeit: Liedermacher Clemens Bittlinger gab bei seinem ersten Konzert in Finsterwalde Denkanstöße und begeisterte etwa 160 Konzertbesucher mit Musik auf hohem Niveau. Von Franziska Dorn

Der Singer-Songwriter Clemens Bittlinger gastierte am Samstagabend in der Trinitatiskirche. Gemeinsam mit David Plüss (Keyboard) und David Kandert (Percussion) stellte er dem Sängerstadt-Publikum seine neueste Produktion „Unerhört“ vor.

„Unerhört, dass das scheinbar keinen stört“ heißt es in dem Titelsong, der die brennenden Themen dieser Welt benennt. Sei es weltweiter Hunger, die Not der Flüchtlinge oder deutsche Waffenexporte. Für Bittlinger sind das gesellschaftliche Entwicklungen, die man mindestens mit einem „Unerhört“ kommentieren sollte. Der eingängige Song steht exemplarisch für einen Teil seines Programmes. In Melodien und Rhythmen, die zum Mitsingen und Mitmachen anregen, bettet Clemens Bittlinger politische Statements ein und fragt unbequeme Themen an.

Nicht lange dauerte es, da hatte der charismatische Mann das Publikum singend, klatschend und fußwippend auf seiner Seite. „Es gefällt mir, wenn ich dich auch ohne Netz und Facebook begegnen kann“, heißt es in einem anderen Song, der den Social-Media-Wahn kritisiert. Mit Charme und viel Witz nimmt er auch das mitunter mürrische Wesen der Deutschen auf die Schippe. All das aber ohne erhobenen Zeigefinger, vielmehr mit einer angemessenen Portion Selbstironie und jeder Menge Humor in und zwischen den Songs.

Zum „stimmigen Gesamtpaket“, wie es Bettina und Axel Hantke am Ende formulierten, gehörten neben Clemens Bittlingers Ausstrahlung und seinen tiefgründigen Texten auch die virtuosen Musiker David Plüss am Keyboard und David Kandert an den Percussions. „Die Akustik und die Lichtstimmung in der Kirche, die professionelle Musik und die ehrlichen Texte – es hat alles gepasst. Bittlinger konnte das Publikum gut mitnehmen. Man hat ein Miteinander gespürt“, freuten sich Hantkes aus Finsterwalde.

Clemens Bittlinger ist evangelischer Pfarrer. Seine Texte legen nicht nur den Finger auf die Wunden unserer Gesellschaft. Mit dichten und atmosphärischen Klängen gelingt es dem Künstler auch, die Besucher zum musikalischen Gebet einzuladen, zum Stillwerden und Nachdenken.

„Es ist erstaunlich, wie diese drei Musiker die Kirche mit so viel Atmosphäre und Klang füllen konnten. Musikalisch war es ganz hervorragend und auch die Texte regen zum Nachdenken an“, sagten Anette Klimpke und ihre Nachbarin Juliane Strohfeld, die als Ehrenamtliche von der evangelischen Kirchengemeinde zu diesem Konzert in der Sängerstadt eingeladen wurden. Für Pfarrer Markus Herrbruck war das Konzert ein ersehnter Augenblick. „Dass wir nun den Liedtexter bei uns in der Kirche erleben können, von dem wir in unseren Gottesdiensten viele Lieder singen, freut mich ganz besonders“, sagte er.

Abschließend durfte einer dieser Hits in der Trinitatiskirche natürlich nicht fehlen: „Aufstehn, aufeinander zugehen“, könnte man auch als Botschaft dieses beeindruckenden Abends verstehen.