(owr) Als eine Folge des Weltkrieges waren im Jahr 1919 auch viele Zivilisten von einer Bartflechte befallen. Im Zuge dieser Infektion mit Hautpilzen entstehen rötliche, schuppige und runde Flecken, die oft mit Fieber und einer Lymphknotenschwellung einhergehen. Um die Krankheit einzudämmen, rief die Finsterwalder Polizeiverwaltung am 24. Oktober 1919 alle örtlichen Barbiere zu peinlicher Sauberkeit auf. Insbesondere sollten die Rasiermesser nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Um diese Anordnung durchzusetzen, forderte die Polizei alle Kunden der Barbiergeschäfte auf, selbst auf die Durchsetzung der Hygiene zu achten. Wo dies nicht geschah, erwartete die Behörde von den aufmerksamen Bürgern eine Anzeige.

Übrigens: Trotz der Bezeichnung „Bartflechte“ spielen Länge und Dichte des Bartes keine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Krankheit – oft ist nicht einmal ein Bart vorhanden.