Von Jürgen Weser

Seit langem schon hat es kein gemeinsames Konzert der beiden großen Finsterwalder Chöre mehr gegeben. Jetzt wollte man sich für die Chorfreunde wieder zusammen präsentieren. Und weil das Vorhaben überfällig war, wurde es von den Konzertbesuchern in der Trinitatiskirche begeistert aufgenommen. Der Frauenchor Finsterwalde und der Männerchor Einigkeit Finsterwalde zelebrierten am Samstagabend ein gelungenes Frühjahrskonzert. Zur Unterstützung hatten sie sich die Fiddelkids der Kreismusikschule als Streicher­ensemble dazugeholt.

„Wir singen unsere Lieder hinaus in die Weite Welt“ jubilierten die knapp 60 Frauen und Männer unter Stabführung von Karin Schadock zu Beginn des Konzertes. Eine Liebeserklärung an den Frühling und die Freuden des Lebens sowie auch ein wenig an Fontane – wie wohl fast immer im Jahr seines 200. Geburtstages – haben beide Chöre zusammengestellt, wie Moderatorin Annette Fähnel versprach.

Zunächst stimmten die sieben jungen Cellistinnen und drei Cellisten unter Leitung von Musikschullehrerin Philine Jobst mit einem harmonischen Wohlfühl-Halleluja in den Abend ein und wünschten dem Publikum stimmig eine „fröhliche Gemütlichkeit“. Während die Frauen dann mit ihrem Gesang „Musica, die ganz liebliche Kunst“ und den „Mai im Herzen“ nach Thomas Morley strahlen ließen und ein schwungvolles „Tiritomba“ durch das Kirchenschiff schickten, gefielen die Männer dem Publikum zunächst mit einem patriotischen Volkslied der Kosaken, um dann mit dem romantischen deutschen Liedgut als „mutige Jäger“ dem „schönen deutschen Wald“ zu huldigen und am „Mühlrad im kühlen Grunde“ zu verweilen. Die Liebe erinnerte die Sangesmänner unter temperamentvollem Dirigat von Roland Reichelt schließlich daran, „wohin mit der Freud“.

Der Frauenchor nutzte die Öffentlichkeit des Konzertes, um Desdemona Koal, Renate Borgwardt und Ines Häusler für ihr dreißigjähriges Engagement für den Chorgesang zu ehren. Die Sonne hatte der Frauenchor dem Publikum schon lange ins Herz gesungen, bevor sie mit ihm lustvoll „übern See“ fahrn. Die Instrumentalgruppe des Männerchores unterstützte rhythmisch den Gesang und beim kraftvollen „Hoch im Norden“ des Männerchores war Mitklatschen angesagt. Schließlich entließen beide Chöre unter Leitung von Roland Reichelt das Publikum mit dem schönen Silcher-Liebeslied „Ännchen von Tharau“ romantisch in den Abend. Als Zugabe wurde natürlich mit dem Publikum „Wir sind die Sänger“ geschmettert. Fazit: das Publikum möchte gern öfter beide Chöre gemeinsam im Konzert erleben.