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| 17:24 Uhr

In Finsterwalde wird gekegelt
Bevor die Kugeln rollen, fliegen die Politikspitzen

 Brandenburgs FDP-Chef Axel Graf Bülow kann mit Worten, in Finsterwalde aber auch mit der Kegelkugel umgehen.
Brandenburgs FDP-Chef Axel Graf Bülow kann mit Worten, in Finsterwalde aber auch mit der Kegelkugel umgehen. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Vom Bürgermeisterkegeln in Finsterwalde. Von Torsten Pötzsch

Es ist mehr als zwei Jahrzehnte her, da gab es im Land fast so etwas wie einen Trend. Reihenweise wurde haupt- und ehrenamtliche Bürgermeister durch den Bürgerwillen aus dem Amt „gekegelt“, aus verschiedensten Gründen. Das Wort „Bürgermeisterkegeln“ machte fortan die Runde.

Finsterwaldes damaliger Bürgermeister Johannes Wohmann nahm das Wort dankend und wörtlich genommen auf und lädt seither zum Jahresbeginn zum Finsterwalder „Bürgermeisterkegeln“ in die Kegelbahn „Sieben Brunnen“ ein. Kürzlich war es wieder einmal so weit. Es gab das mittlerweile 24. Finsterwalder Bürgermeisterkegeln.

Angedacht als launiges Beisammensein zwischen Politik, Wirtschaft, Bürgern und Wohmanns FDP-Parteifreunden fanden in der vergangenen Woche gut  zwei Dutzend FDP-Anhänger, Parlamentarier und Wegbegleiter von Johannes Wohmann den Weg in die Kegelbahn. Rückblickend waren es schon einmal wesentlich mehr. Der guten Stimmung schadete dies aber nicht. Es kamen Gäste aus Bad Liebenwerda, Uebigau, Sonnewalde, Doberlug-Kirchhain, natürlich aus Finsterwalde, und selbst Brandenburgs FDP-Chef Axel Graf Bülow und die FDP-Generalsekretärin Jaqueline Krüger fanden den Weg in die Sängerstadt.

Axel Graf Bülow ließ die Gelegenheit nicht aus, auf die kommenden Kommunal-, Europa- und die Landtagswahlen einzugehen und definierte klar das Ziel der FDP. „Wir wollen als Oppositionspartei wieder ins Landesparlament und dort die Regierung ärgern. Wir sind noch da“, gibt er sich optimistisch. „Unser Team steht weitestgehend“, versichert er. Mit welchen Themen, welchen Inhalten, welcher Strategie – diese Fragen blieben an diesem Abend noch unbeantwortet. Nur so viel: „Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen.“

Natürlich und von allen erwartet nutzte auch Johannes Wohmann die Möglichkeit, seine Sicht auf die Dinge in seiner Begrüßungsrede darzulegen. Mit einer gewissen Spannung wurden aber auch seine diesjährigen Preise erwartet, die in den letzten 24 Jahren immer eine gewisse Symbolik hatten. 2019 sind es zwei Handpuppen, ein Wolf und ein Lamm. Schnell war vielen Anwesenden klar, wohin die rhetorische Reise gehen soll.

Weitestgehend über Bundespolitik philosophierend gab es viel Medienschelte und dass sich das Land fest im Würgegriff eines „Bürokratiemonsters“ befinden würde, angeführt von einer „Politikerkaste, mit der Unfähigkeit, eigene Regeln einzuhalten und zu kontrollieren“.

Obwohl noch im Kreistag sitzend, blieben stadt- und kommunalpolitische Seitenhiebe in diesem Jahr aus. Nur kurz wurde das Thema „Stadthalle“ angerissen und wie es denn sein könnte, dass der federführende Architekt noch immer die Fäden in der Hand halten könne.

Nachdem alle Worte gesagt waren, ging es dann auch schnell zum sportlichen und geselligen Teil über. Jeder versuchte, auf der Bahn genug Holz zu machen. Gekegelt wurden dreimal zehn Kugeln. Am Ende hatte bei den Damen Andrea Schwinghoff aus Bad Liebenwerda mit 66 Hölzern die Nase. Bei den Herren war es Raiko Mahler mit 143 Punkten, ebenfalls aus Bad Liebenwerda.