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| 17:52 Uhr

Neues Straßenproblem in Staupitz
Der Kampf um die Verkehrsinsel

 Gleich das erste Haus auf der linken Seite am Ortseingangsschild in Staupitz aus Richtung Sorno kommend gehört Angelika Trödler. Ab dort müssten Brummi-Fahrer auf 30 abbremsen. Weil sich daran nur die wenigstens halten, kämpft Familie Trödler um eine Mittelinsel.
Gleich das erste Haus auf der linken Seite am Ortseingangsschild in Staupitz aus Richtung Sorno kommend gehört Angelika Trödler. Ab dort müssten Brummi-Fahrer auf 30 abbremsen. Weil sich daran nur die wenigstens halten, kämpft Familie Trödler um eine Mittelinsel. FOTO: LR / Josephine Japke
Gorden-Staupitz. Zwischen Straßenbaustellen und rasenden Lkw finden Bürger in Staupitz einfach keine Ruhe. Wann genau auch die L 62 saniert werden soll, weiß keiner. Von Josephine Japke

Angelika Trödler sitzt im Sessel im gemütlichen Wohnzimmer. Auf dem Tisch liegt ein Deckchen, das Kaffee-Service steht bereit. Alles idyllisch. Bis anderthalb Meter weiter ein Lkw vorbeirast. Und noch einer. Und noch einer. „So geht das den ganzen Tag. Man kann sich kaum ...“, sagt sie und wird mitten im Satz unterbrochen, weil das Donnern auf der Straße so laut ist.

Seit mehr als 40 Jahren lebt Angelika Trödler gemeinsam mit ihrem Mann und der Familie in dem kleinen Haus mit Hof direkt am Ortseingangsschild in Gorden-Staupitz aus Richtung Sorno kommend. Die Landesstraße 62, so sagt sie, sei schon immer viel befahren worden, doch so schlimm wie seit ein paar Jahren war es nie. „Von morgens um vier bis abends um zehn brettern hier die Lkw vorbei. Unterhaltungen oder Schlaf sind in der Zeit kaum noch möglich“, sagt sie und benennt sofort das größte Ärgernis: Auf der Finsterwalder Straße, der L 62, direkt vor ihrer Haustür müssen Lkw 30 fahren – doch daran halten sich nur die wenigsten.

„Ich habe sogar schon bei den Firmen angerufen, deren Fahrer hier täglich vorbeikommen und die Geschwindigkeitsbegrenzung missachten. Besserung wurde gelobt, aber das hält maximal zwei Wochen an und dann geht die Raserei von vorne los“, erklärt Angelika Trödler. Die Übeltäter seien Baufirmen, auch aus den Nachbardörfern, und polnische Unternehmen. Sobald am Straßenrand ein Auto geparkt wird oder sie selbst vor der Tür steht und mahnend auf das Verkehrsschild zeigt, würden die Fahrer kurz abbremsen. Doch eine Lösung sei das nicht, ganz im Gegenteil. Schon oft seien ihr Fahrer blöd gekommen, weil sie sich als vermeintliche Verkehrspolizistin aufspiele.

„Die Polizei sagt, dass die Strecke hier zum Blitzen zu kurz ist, ehe die Lkw ein paar Meter weiter um die Kurve fahren. Aber irgendwas muss man doch tun können. Irgendwer muss doch überprüfen, ob sich an das Verkehrsschild überhaupt gehalten wird“, sagt die Anwohnerin. Eine stationäre Messanlage am Ortseingang ist allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geplant, bestätigt Stefan Wagenmann, Leiter des Straßenverkehrsamtes Elbe-Elster und führt aus: „Wir werden aber nach Beendigung der Baumaßnahmen überprüfen, wie sich die Verkehrsströme an dieser Stelle entwickeln und dann entscheiden, ob es sinnvoll ist, eine stationäre Messanlage an dieser Stelle zu errichten oder mobil die Geschwindigkeit zu überwachen.“

Gorden-Staupitz steht derzeit ohnehin wegen seiner Straßen im Zentrum der Aufmerksamkeit. In der kleinen Gemeinde sollen seit einiger Zeit die beiden Landesstraßen 62 und 63 erneuert werden. Wie die RUNDSCHAU berichtete, glänzt die L 63 nun zwar mit neuer, glatter Asphaltdecke – die ist allerdings so wellenförmig, dass sich Fahrer wie auf hoher See vorkommen.

Die L 62 soll ebenfalls gebaut werden, wann ist allerdings unklar. „Noch wurde damit nicht angefangen, noch ist doch die Chance, eine Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung einzubauen“, sagt Angelika Trödler. Sie wünscht sich eine Verkehrsinsel oder eine Bremsschwelle. Doch das sei zu teuer, wurde ihr gesagt.

Steffen Kleiner vom Landesbetrieb Straßenwesen verweist darauf, dass eine Entwurfsplanung derzeit angepasst wird, weil es von Seiten der Gemeinde Änderungswünsche gibt. „Mittelinseln werden nach Möglichkeit unter Beachtung der örtlichen Verhältnisse vorgesehen“, erklärt er. Dazu gehören unter anderem verfügbarer Bauraum und möglicher Grunderwerb.

Auch Bürgermeister Fred Wickfeld bestätigt, dass die Bremsschwellen ursprünglich zwar an allen drei Ortseinfahrten vorgesehen waren, dann aber aus Kostengründen weggefallen sind. „Ich habe selber Wünsche zur Geschwindigkeitsreduzierung, aber leider ist das eine Frage des Geldes“, sagt er. Sein Hauptaugenmerk liegt derzeit auf einer familien- und kindgerechten Kreuzung in der Ortsmitte, um die lange gekämpft wurde. Wann und wie genau allerdings die L62 gebaut werden soll, weiß auch er nicht. Von „zeitnah“ sei die Rede gewesen. „Doch was heißt das?“, möchte auch Bürgermeister Fred Wickfeld wissen.