Der Finsterwalder Tierpark feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Das ist für das Team rund um Tierparkchef Torsten Heitmann Anlass genug, das Jahresprogramm um weitere Attraktionen zu bereichern.

Zu Ostern fällt der Startschuss in die Veranstaltungssaison. Beim Ostereiersuchen am Ostersonntag gilt es wieder, mehr als 1000 Ostereier auf dem Gelände zu finden. Womöglich ist der zweiohrige Verstecker in diesem Jahr etwas gnädiger bei der Suche nach den perfekten Orten für die Eier, hat er doch ordentlich Verstärkung bekommen. Ein neues Streichelgehege ist gerade erst eingeweiht worden. In ihm leben mehr als zehn Deutsche Riesen.

Weiter geht es am 24. Mai mit dem ersten Tag der Biodiversität in dem beliebten Treffpunkt in der Bürgerheide. „Wir wollen unseren Besuchern an diesem Tag erklären, dass der Verlust der biologischen Vielfalt eine Bedrohung für uns Menschen bedeutet“, kündigt Tierparkleiter Torsten Heitmann an. Klingt nicht schön, ist aber so: Eine einfache kleine Müllecke im Garten als Lebensraum für Tiere kann schon viel bewirken. Mit Fachleuten von der Nabu-Ortsgruppe Finsterwalde, vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, von der Heinz-Sielmann-Stiftung aus Wanninchen und mit Imkerin Hannelore Huth hat sich der Tierpark dazu einige Verstärkung eingeladen. Große Besucher können genauso etwas lernen wie kleine Tierpark-Gäste, verspricht Torsten Heitmann.

Neues und Altbewährtes im Jubiläumsjahr

Und auch zu Pfingsten gibt es für die Besucher des Tierparks neben dessen Bewohnern etwas zu entdecken. Nach längerer Pause kehrt der Frühschoppen mit einem Konzert am 31. Mai zurück in den Veranstaltungskalender. Altbewährt ist das Kinderfest am 6. Juni. Wieder mit freiem Eintritt für die Kinder. Den übernehmen an diesem Tag einmal mehr die Stadtwerke Finsterwalde.

Eine Premiere feiert in diesem Jahr die „Nacht im Tierpark“ am 20. Juni. Dafür laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. Die Grundidee: Ein Pfadfindercamp soll Kinder für die Tierwelt begeistern. Dazu sollen ein Lagerfeuer mit Stockbrot, ein Ausflug in den Wald, Tierstimmenraten und mehr sorgen. Näheres dazu und zur Anmeldung will Torsten Heitmann in Kürze verraten.

Wer hilft den Pavianen?

Zum Tierpatentag am 5. Juli sind wieder all jene Zweibeiner willkommen, die die Tiere mit einem Jahresbeitrag finanziell unterstützen. Um die 100 sind es inzwischen. „Traurig ist nur, dass unsere Paviane noch keine Paten gefunden haben“, wirbt Torsten Heitmann hier um Hilfe.

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Finsterwalde

Das Tierparkfest steigt in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen: am 1. und 2. August. Tag eins startet mit einem Abendkonzert. Am Tag darauf gibt es ein großes Familienfest mit Kutschfahrten, Führungen, Mal- und Bastelstationen, einer Hüpfburg und einigen weiteren Attraktionen.

Am 2. September kommen die Senioren der Stadt auf ihre Kosten. Zu Kaffee und Kuchen gibt es Schlager und Schunkelmusik.

Danach steigt die nächste Premiere: mit einem Erntedankfest am 4. Oktober. Ein regionaler Wochenmarkt mit Handgemachtem aus der Region soll Besucher anlocken. „Wenn das Angebot ankommt, nehmen wir das Fest in unseren Veranstaltungskalender auf“, verspricht Torsten Heitmann.

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Bei „Halloween im Tierpark“ geht es am 31. Oktober wieder gruselig zu. Kostümierte Kinder haben freien Eintritt. Dazu gibt es einige Spiele. Hexe ärgern und Geisterkegeln gehören dazu. „Die Kinder werden an diesem Tag ihren Spaß haben, werden aber auch mal erschreckt“, verspricht der Tierparkleiter.

Ein Mix aus Exoten und einheimischen Tieren

Seit 2012 hat Torsten Heitmann in dem Tierpark das Sagen. „Wir haben ihn damals eingefangen“, sagt Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) gerne. Der Tierparkleiter wird seither nicht müde, wenn es um die Verschönerung des Geländes geht. Bei seinem Amtsantritt konnte der Tierpflegemeister bereits auf 15 Jahre Erfahrung im Berliner Tierpark zurückblicken. Zu seinem Konzept für den Tierpark Finsterwalde zählen mehr Erlebbarkeit durch begehbare Volieren und Gehege, eine klare Strukturierung der Tiere nach Kontinenten mit inhaltsreichen Informationstafeln, ein Mix an Exoten und einheimischen Tieren. Längst ist der einstige Randberliner in Elbe-Elster angekommen. Genauer gesagt: in Massen. „Ich habe die Entscheidung nie bereut“, betont der 39-Jährige. „Klar, dieses Jahr wird noch ein bisschen anstrengender, aber darauf freuen wir uns auch“, spricht der Macher für seine neunköpfige Mannschaft.

Auf die Veranstaltungen im Jahr 2020 freuen sich auch Charlotte (6) und ihre Schwester Victoria (12). Gemeinsam mit ihrem Papa Stephan Patzigk sind die Mädchen regelmäßig zu Besuch in dem Tierpark. „Es ist beeindruckend, wie sich der Tierpark entwickelt hat. Ich kenne ihn mein Leben lang und finde ihn von Jahr zu Jahr schöner“, sagt der 34-jährige Sängerstädter bei einer Kuscheleinheit mit den Kaninchen.

Mehr als 33 000 Besucher im Jahr 2019


Die Sängerstadt leistet sich seit 1970 einen Tierpark – mit 250 Tieren in über 55 Arten und Rassen der größte im Landkreis Elbe-Elster. Erstmals seit 1990 haben im vergangen Jahr wieder mehr als 30 000 Gäste den Tierpark besucht. Dafür sorgt auch der Förderverein Freunde und Förderer des Tierparks mit 85 Mitgliedern im Alter von neun bis 87 Jahren, der im Dezember 2013 gegründet wurde. Die Besucherzahlen sprechen für sich: 2013: 18 483, 2014: 25 796, 2015: 25 096, 2016: 27 798, 2017: 29 714, 2018: 29 123, 2019: 33 127.

Angaben: Stadt Finsterwalde