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| 02:40 Uhr

Buenos dias und bienvenido in Elbe-Elster

Marina Meißner und Bernd Lehmann von der Ofen Fischer GmbH aus Plessa nehmen Francisco in ihre Mitte.
Marina Meißner und Bernd Lehmann von der Ofen Fischer GmbH aus Plessa nehmen Francisco in ihre Mitte. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Zu einem drei Monate währenden Praktikum sind am gestrigen Freitag zehn junge Spanier im Pavillon der Sparkasse Elbe-Elster begrüßt worden. Dass dahinter auf beiden Seiten – Unternehmen wie Praktikanten – weder Jux noch Dallerei stecken, sagt das klare Ziel: Ausbildungsstart im Herbst 2014. Gabi Böttcher

Gundmar Richter von der gleichnamigen Drechslerei und Andreas Drangosch von der Rimpel Treppenbau GmbH aus Finsterwalde werden Fernando Lopez aus Galizien unter ihre Fittiche nehmen. Der 30-Jährige hat das Tischlerhandwerk gelernt und ist seit Oktober vorigen Jahres arbeitslos. Die drei Männer bekommen - dank Dolmetscherin - sogleich einen Draht zueinander. "Wir haben immer selbst ausgebildet, schaffen es momentan aber nicht mehr, jedes Jahr einen geeigneten Lehrling zu bekommen", erklärt Andreas Drangosch. Zwei Drittel der Beschäftigten im Unternehmen seien selbst ausgebildete Fachkräfte.

Dass seine beiden Söhne, etwas jünger als Fernando, Fußball spielen, baut die Brücke zu Lionel Messi vom FC Barcelona und schon sind die drei auf Tuchfühlung. Gundmar Richter optimistisch: "Der Junge ist sympathisch. Er wohnt im Gästezimmer von Familie Lebedies, da hat er auch soziale Kontakte."

Marina Meißner und Bernd Lehmann von der Ofen Fischer GmbH aus Plessa nehmen ebenfalls ihren Praktikanten, es ist Francisco Prieto (27) aus Viveiro in Galizien, sogleich in ihre Mitte. "Francesco wird in der Haustechnik eingesetzt. Er wohnt bei Weilands in Doberlug-Kirchhain und wird zu unseren Baustellen abgeholt", ist für Bernd Lehmann der Plan klar. Nach 18 Jahren Lehrlingsausbildung ist auch er frustriert. "Für die Jugend in Deutschland ist das Handwerk wohl nichts mehr wert. Wir bekommen immer nur die Übriggebliebenen." So hofft er, dass es Francisco im Unternehmen gefällt und beide Seiten zueinanderfinden. Das trifft auch auf Uesa-Personalchefin Petra Schäfer zu, die gleich drei Praktikanten in Empfang nimmt. Simone Friedrich vom Awo-Seniorenheim in Falkenberg begrüßt eines der zwei Mädchen in der Gruppe: "Wir freuen uns auf dich!" Matthias Voigt von der gleichnamigen Orgelbau-Firma in Bad Liebenwerda ist ebenfalls gekommen, um "seinen" Praktikanten in Empfang zu nehmen.

Der guten Worte auf den Weg mangelte es am gestrigen Tag nicht. Sparkassenvorstand Jürgen Riecke brachte das Engagement seines Hauses so auf den Punkt: "Wir arbeiten mit gewerblichen Kunden zusammen, die dringend Arbeitskräfte brauchen." Der spanische Mitarbeiter, der im vorigen Jahr bei der Sparkasse angefangen habe, könne leider nicht da sein, weil er beim Marathon in Barcelona sei. Er sei gekommen, ohne ein Wort Deutsch zu können, jetzt arbeite er im normalen Kundengeschäft - und sei Mitglied zweier Fußballmannschaften. "Sie werden es schaffen, aber Sie müssen Deutsch sprechen lernen, halten Sie durch", ermutigte er die jungen Gäste.

Für Michael Stübgen, den CDU-Bundestagsabgeordneten, zeigt sich in der gemeinsamen Initiative von Agentur für Arbeit, Sparkasse, den Unternehmen der Region und den Akteuren des internationalen Arbeitsmarktprojektes "La ida" gelebtes Europa: sich gegenseitig unterstützen zu gegenseitigem Nutzen.