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| 18:06 Uhr

Bahnbrücke über B 96 in Finsterwalde
Brückenmontage auf August verschoben

Am Freitag herrscht Ruhe auf der Baustelle der Bahnbrücke in der Sonnewalder Straße. Ein Bagger wechselt über die Bundesstraße seine Position. Bohrpfähle werden erst im August wieder gesetzt.  Erneut notwendig gewordene Baugrunduntersuchungen führen zu Verzögerungen im Bauablauf.
Am Freitag herrscht Ruhe auf der Baustelle der Bahnbrücke in der Sonnewalder Straße. Ein Bagger wechselt über die Bundesstraße seine Position. Bohrpfähle werden erst im August wieder gesetzt. Erneut notwendig gewordene Baugrunduntersuchungen führen zu Verzögerungen im Bauablauf. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Die für Mai geplante Montage des ersten Brückenüberbaus in der Sonnewalder Straße muss verschoben werden. Grund sind erneut notwendig gewordene Baugrunduntersuchungen. Dennoch Sperrpause für Zugverkehr vom 18. bis 25. Mai. Von Gabi Böttcher

Im Baugrund der Bahn-Brücke über die Sonnewalder Straße sind beim Bohren stellenweise kleine Holzstücke gefunden worden. Es handele sich um organisches Material, das nach eiszeitlichen Verschiebungen zurückgeblieben sei, erklärt Fred Schneider, Projektleiter Brücke bei der DB Netz. Außerdem sei feiner Sand entdeckt worden. Diese trotz vorheriger Probebohrungen neu eingetretene Lage zwinge zu erneuten Baugrunduntersuchungen, informiert Jan-Peter Haack von der Baukommunikation der DB Netz. Verzögerungen im Bauablauf von gut zwei Wochen, die bereits durch den Tiefenfrost im März eingetreten waren, setzen sich nun durch die unerwarteten Befunde fort. Man müsse hundertprozentig sicher sein, dass die Bohrpfähle einwandfrei gegründet seien. „Wenn im Unterbau unsauber gearbeitet wird, dann trägt sich das nach oben“, stellt Fred Schneider klar. Hinter den Widerlagern seien zwei weitere Kernbohrungen ausgeführt worden, die der Untersuchung der Tragfähigkeit des Baugrundes dienen. Außerdem seien zwei Bohrpfähle mit 10-Tonnen-Gewichten dynamisch belastet worden. Ergebnisse dieser Untersuchungen würden derzeit ausgewertet. Der ursprünglich geplante Bauablauf verzögere sich.

In der angezeigten Sperrpause vom 18. bis 25. Mai kann somit der erste neue Brückenüberbau im Gleis 2 nicht eingehoben werden. Dieser wird voraussichtlich auf die ebenfalls bereits geplante Sperrpause im August verschoben. An der Sperrpause für den Zugverkehr im Mai werde dennoch festgehalten, weil parallel Arbeiten an den Gleisen vorgesehen sind. In der kommenden Woche gehen die Arbeiten an der Brücke dennoch weiter. Es werden Baugruben ausgehoben, um an den Unterbauten der Brücke voranzukommen. So genannte Auflagerbänke sind zu betonieren. Weitere Bohrpfahlarbeiten gebe es nunmehr erst im August.

Auf die Frage, welche Lösungen es im Umgang mit den Baugrund-Problemen geben könnte, sagt Fred Schneider: Eine Möglichkeit bestünde darin, zusätzlich Bohrpfähle zu gründen und die Konstruktion entsprechend den Erfordernissen anzupassen. Eine andere Lösung läge in der Durchführung von Baugrund verbessernden Maßnahmen, wie zum Beispiel mit einem HDI-Verfahren. Dabei werde Material in den Boden eingespritzt, das den Boden verdichtet und somit fester und tragfähiger macht.

Fred Schneider geht jedoch nach derzeitigen Erkenntnissen davon aus, dass die vorhandenen Bohrpfähle tragfähig sind. An der Nordseite seien sie bereits in den Boden gebracht. Jan-Peter Haack: „Es muss eine hundertprozentige Sicherheit vorhanden sein, ohne Restrisiko.“