| 16:33 Uhr

Ausbau Bahnstrecke Berlin-Dresden
Der Anschluss ans Straßennetz

Für die Dorfchronik. Die Kleinkrausniker freuen sich über die neue Straßenüberführung über die Bahnstrecke Berlin-Dresden. „Das ist unser Anschluss ans bundesweite Straßennetz“, sagt Norbert Zach, der wie viele andere Einwohner den historischen Moment der Freigabe nicht verpassen wollte.
Für die Dorfchronik. Die Kleinkrausniker freuen sich über die neue Straßenüberführung über die Bahnstrecke Berlin-Dresden. „Das ist unser Anschluss ans bundesweite Straßennetz“, sagt Norbert Zach, der wie viele andere Einwohner den historischen Moment der Freigabe nicht verpassen wollte. FOTO: Heike Lehmann
Kleinkrausnik. Die nächste neue Brücke über die Bahnlinie Berlin-Dresden ist befahrbar – bei Kleinkrausnik. Von Heike Lehmann

Zwölf Meter breit und sechs Meter hoch führt die neue Straßenüberführung bei Kleinkrausnik über die Bahnlinie Berlin-Dresden. Am Montagmittag ist sie von Michael Blume, Teilprojektleiter der DB Netz AG für den Abschnitt Walddrehna-Hohenleipisch, Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und dem Sonnewalder Bürgermeister Werner Busse (beide CDU) für den Verkehr freigegeben worden. Die neugierigen Einwohner sind noch dabei, ihre Fotos auf der Brücke zu schießen, als schon die ersten Autos drüberweg rollen. Etwa 500 Meter neue Straße ist dafür gebaut worden. Auch der Linienbus nimmt den Weg über die Brücke, zufrieden kommentiert von den Mitarbeitern der Strabag, die das große Bauwerk in die Höhe gezogen haben. Sie hätten manchmal selbst nicht an den Fertigstellungstermin geglaubt. „Im August 2016 sollte es losgehen, wirklich begonnen haben wir diese Brücke im Sommer 2017. Nach nur vier Monaten hat sie gestanden“, erzählen sie stolz.

Noch muss die Tragschicht als Straßenoberfläche genügen. Die endgültige Deckschicht wird im nächsten Frühjahr aufgetragen. Michael Blume erklärt: „Wir hatten hier ganz schön mit dem Baugrund zu kämpfen.“ Um die Setzungsprobleme in den Griff zu bekommen, wurden Vertikaldrainagen bis tief in den Boden gebaut. Eine Aufschüttung über die Bahn sollte über ein Vierteljahr die Setzung abfangen.

In den zurückliegenden Monaten sind zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch Gleise, Weichen, Bahnsteige, Brücken und Stellwerke erneuert und 18 Bahnübergänge beseitigt worden, fasst Michael Blume zusammen. Acht Bahnübergänge wurden allein im Elbe-Elster-Kreis ersetzt. Die einzige Brücke, die der Landkreis mitfinanziert, ist die bei Kleinkrausnik, Teil der Kreisstraße 6230. Laut Eisenbahnkreuzungsgesetz sind die Kosten von 3,7 Millionen Euro zu je einem Drittel vom Bund, der Bahn und dem Straßenbaulastträger, in diesem Fall dem Landkreis, zu tragen.

Christian Heinrich-Jaschinski und Werner Busse betonen als Vorteil für die Klein- und Großkrausniker, dass die Wartezeiten am Bahnübergang wegfallen. Für die Kleinkrausniker ist die Brücke noch mehr. Norbert Zach, der sich um die Ortsgeschichte von Kleinkrausnik kümmert, sagt: „Für uns ist das der Anschluss an das bundesweite Straßennetz. In die andere Richtung haben wir nur Sand- und Feldwege.“ Für Christian Heinrich-Jaschinski ist der schnelle Anschluss an die Metropolen mit den künftigen Haltepunkten in Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda ebenso wichtig für die Menschen, die hier leben.

Ab 10. Dezember rollt der Zugverkehr wieder regulär. Michael Blume verkündet am Montag: „Die Strecke steht jetzt wieder unter Strom. Ab heute ist die Fahrleitung zugeschaltet. Es wird Probebetrieb gefahren.“

Das durchgeschnittene Band ist begehrt. Michael Blume (l.), Teilprojektleiter der DB Netz AG für den Abschnitt Walddrehna-Hohenleipisch, verteilt es gern.
Das durchgeschnittene Band ist begehrt. Michael Blume (l.), Teilprojektleiter der DB Netz AG für den Abschnitt Walddrehna-Hohenleipisch, verteilt es gern. FOTO: Heike Lehmann
Ein Bauwerk dieser Dimension ist neu für die Kleinkrausniker. Da schauen sie gern genauer hin.
Ein Bauwerk dieser Dimension ist neu für die Kleinkrausniker. Da schauen sie gern genauer hin. FOTO: Heike Lehmann